Herzlich willkommen zur 1.000. Sendung von radio%attac. Dass eine andere Welt möglich ist, haben wir in den vergangenen 20 Jahren immer wieder hörbar gemacht. radio%attac ist 2003 angetreten, um einen Wandel zu fordern, zu fördern und zu begleiten, der nicht aufzuhalten war. 2019 warb die BIENNALE mit dem Satz: MAY YOU LIVE IN INTERESTING TIMES. Und wir leben in interessanten Zeiten, die aufreibend sind. Kräftezehrend und teilweise vollkommen verrückt. Demokratie erscheint so gefährdet wie nie in der 2. Republik, aber auch in anderen Ländern in Europa sind gewisse Strömungen und ihre politischen Vertreter:innen mitten drin, regieren sogar, statt verpönt zu sein. Sie marschieren seit Jahren und diejenigen, die sich darüber empören werden als linke Spinner:innen abgetan. Sie marschieren nicht nur und skandieren, und schwenken ihre Fahnen, sie posten, sie kommentieren, sie hassen auf der Strasse und im Netz.
Es sind 20 Jahre her, als wir uns im Herbst 2002 zusammensetzten, um radio%attac zu „erfinden“. Ein paar Monate später, es war der 13. Feber 2003, funkte die erste Ausgabe durch den Äther. Damals fuhren wir noch mit einer selbstgebrannten CD ins Studio von Radio Orange in Wien. Heute exportieren wir radio%attac via 19 Sender nach Deutschland, in die Schweiz und nach Italien. Damals waren wir guter Dinge, heute denk ich mir manchmal, wir sollten auf „naiv“, „blind“ oder so umformulieren. Nur eines steht wie ein Fels in der Brandung: „Eine andere Welt ist möglich!“, muss möglich sein.








Die 1000. Sendung von radio%attac wird also mit einem Selbstmord einer Unbekannten eröffnet, die sich aus „psychischen Gründen“ das Leben genommen haben soll, und reiht sich die Redakteurin anschließend unkritisch und die hetzende Mainstream-Berichterstattung über einen angeblichen „Corona-Leugner-Mob“ ein.
Was mir dazu als Erstes einfällt, ist der Eröffnungssatz des Films „Das Leben der Anderen“: „Die DDR hat aufgehört, ihre Selbstmorde zu zählen.“ Es gab so viele damals, die mit jenem damaligen totalitären System nicht klargekommen waren. Genauso wie heute. Hunderttausende weltweit. Denen die ergriffenen M a ß n a h m e n der „Corona-Pandemie“ die Existenzen vernichtet hat. Mein Mitleid gilt deren Familien. Sie waren inaktiv, unbeteiligt, maßnahmentreu, trotzdem wurde ihr Leben vernichtet.
Das Zweite, was mir dazu einfällt, ist der Selbstmord des Attac-Vorstandes Carla Weinzierl 2020, die sich n i c h t aus „psychischen Gründen“ das Leben genommen hat. Vielmehr, weil sie in der Gesellschaft tatschlich für ein „System Chance not Climate Chance“ eingestanden war.
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