Kinal Antsetik- Land der Frauen

Podcast
Globale Dialoge – Women on Air
  • Kinal Antsetik- Land der Frauen
    51:38
audio
57:00 min.
Broken Promises - Die Arbeit von LEFÖ für Betroffene des Frauenhandels
audio
56:59 min.
My Voice, My Choice? Abtreibung in der EU
audio
56:59 min.
Women's situation and gender studies in Hungary after 16 years of Orbán's illiberal rule
audio
57:00 min.
FIFA-WM 2026: Mexiko im Fußballfieber
audio
55:13 min.
Widerstand von FLINTA* in Nigeria - Protesting from home
audio
56:35 min.
Nowruz im Krieg
audio
50:16 min.
Der 8. März bleibt politisch - Stimmen von der Straße am feministischen Kampftag
audio
57:00 min.
Sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten, Teil 1 | Margarete Maurer, Brigitte Holzner, Rosa Logar und Matthias Hirsch im Studiogespräch
audio
56:57 min.
Frau, Leben, Freiheit
audio
52:15 min.
Die jüngste Tochter - Queerness und Religion

In der Maya Sprache Tzotzil bedeutet Kinal Antsetik „Land der Frauen“. Dieses Land der Frauen oder besser der Sitz der Organisation Kínal Antsetik befindet sich in Chiapas im Süden Mexikos. Siegrid Wistrcil besucht die Organisation und spricht mit drei der Koordinatorinnen über ihre Arbeit, den Kampf für ihre Rechte als indigenen Frauen, für Selbstbestimmung und Organisation als Weberinnen. Das Weben der traditionellen Kleider auf dem Hüftwebstuhl ist ein wichtiger Pfeiler der Identität der Mayas und anderer Ethnien Mexikos und Guatemalas.

Ein Herzstück von Kinal Antsetik ist die Web-Kooperative „Jolom Mayaetik“, der 260 Frauen aus 14 Gemeinden des Hochlands von Chiapas angehören. Sie produzieren und vermarkten gemeinsam ihre Produkte. In den letzten Jahren haben sie ihre Erfahrungen mit anderen Kooperativen im Süden Mexikos geteilt und das Netzwerk der Kooperativen des Südens RECOSUR ins Leben gerufen. Gemeinsam setzen sie sich für den Erhalt und Schutz ihres kulturellen Eigentums ein.

Ein wichtiges Thema für die Frauenorganisation ist die Erhaltung der Kultur und der Lebensformen der Mayavölker, ihre Sprache, Kleidung, ihr Handwerk und ihre Landwirtschaft. Immer mehr junge Menschen wandern ab oder werden durch die bewaffneten Konflikte vertrieben. Oder sie interessieren sich nicht mehr für die indigene Tradition aufgrund des massiven Einflusses der Social Media. Das Projekt „Guardianas de la Tierra“ dient dazu das Wissen der alten Frauen über die Traditionen in mündlicher Form, auf Videos festzuhalten.

Wenn wir heute über die Situation der indigenen Frauen in Chiapas sprechen, ist es nicht mehr nur die häusliche Gewalt, die Unterdrückung und die patriarchalen Strukturen, mit denen sie kämpfen, sondern heute ist die Gewalt allgegenwärtig, auf den Straßen. In den letzten Jahren haben bewaffnete Auseinandersetzungen mit Drogenkartellen, bewaffneten Banden und Militär stark zugenommen. Viele Menschen werden von ihrem Land vertrieben. Laut dem Menschenrechtszentrum Fray Bartolome de las Casas wurden etwa 14 000 Menschen in den letzten zehn Jahren aus indigene Gemeinden Chiapas vertrieben. Auch die immer schwierigere ökonomische Situation betrifft Frauen besonders stark.

Seit in den USA Donald Trump alle entwicklungspolitischen Organisationen zerstören ließ, hat Kinal Antsetik einen großen Teil ihrer Finanzierung verloren und muss nun neue Strategien und Lösungen suchen, um die Arbeit fortzusetzen. Ein Anliegen ist es, neue Märkte für die Produkte der Weberinnen zu erschließen. Eine Ausstellung der Webkunst der Mayafrauen ist für nächstes Jahr geplant.

Links:

https://maestrasartesanas.com/pages/jolom-mayaetik

https://www.youtube.com/@kinalantsetika.c.6801/videos

https://youtu.be/2qW_rpsBgxE?feature=shared

Musik:

Ausschnitt aus dem Video ¡Encuentro de Guardianas de la Tierra” von K´inal Antsetik

“Bolom Chon”. Musica traditional de los Altos de Chiapas

“Mujer Indigena”, Sara Curuchich

“Mi Vida, mi cuerpo, mis decisiones”, Mara Advertencia Lirica

“Amor diverso”, Sara Curuchich und Muerdo

“La Siguanaba, Sara Curuchich

Sendungsgestaltung: Siegrid Wistrcil

Fotocredit: Siegrid Wistrcil

Napsat komentář