Der Iran, Teil 1: Vom Schah zu den Mullahs

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Schiitische Traditionen gegen Westorientierung: Die iranische Revolution, die Außenpolitik und das Atomprogramm

Eine lockere Besprechung des Iran, wo man zunächst die Schwierigkeit hat: Wo fangen wir an?

Mit der konstitutionellen Reform 1905-1911, dem Sturz Mossadeghs 1953 oder der iranischen Revolution von 1979?
Iran bzw. Persien im 19. Jhd. – eingezwickt zwischen die beiden Mächte Großbritannien und Rußland im „Great Game“.

Später, unterm Schah, eine Hinwendung zu den USA, Kult der sassanidischen und früherer Reiche, Geringschätzung des Islam – und große Freundschaft mit dem damals noch recht säkulären Israel.
Am Land spielten aber die Imame und das religiöse Leben eine wichtige Rolle, sie waren das soziale Netz, übten Gerichtsbarkeit aus, kümmerten sich um die geistig-seelische Betreuung und genossen Autorität – viel mehr als die ferne Regierung in Teheran.
Mit der gerieten sie dann auch immer mehr in Gegensatz, und die Konkurrenz um die Macht schaukelte sich gegenseitig auf.

Rückblick auf die Grundlage der Schia: Die 1. 12 Ober-Imame stammen direkt von Mohammed ab – über seine Tochter Fatima – und der 12. ist irgendwie verloren gegangen, auf den wartet man bis heute – der Mahdi.
Dazwischen kann man sich mit sozusagen Stellvertretern behelfen, den Mardschas oder Großajatollahs, die einem vorbuchstabiern und auch vorleben, wie man sich verhalten sollte.

Das gilt aber nur für Schiiten außerhalb des Iran.

Im Iran ist die Vorstellung die des Velayat-e Faqih, das heißt „die Herrschaft der Rechtsgelehrten“, von Chomeini geschaffen worden, um seinen politischen Islam auf solide Grundlagen zu stellen.

Im Libanon waren die kämpferischen Schiiten (Amal, Vorläufer der Hisbollah) uneins, ob sie sich diesem Konzept anschließen und Chomeini unterordnen sollten.
Die libanesischen Schiiten blieben in dieser Frage, wie es aussieht, gespalten.

Die Rolle der Imame im Iran:
Auf Ebene der Gemeinden waren die Imame eigentlich die Vertreter der Staatsgewalt, obwohl sie dazu gar nicht mit den staatlichen Berechtigungen ausgestattet waren.
Der „Staat“ im Iran waren seit geraumer Zeit die urbanen Eliten, auf dem Land regierten die Imame.
Deswegen eine Landreform unter dem Schah, um die Landbevölkerung dem Einfluß der Imame zu entziehen. Die hat eine Bauern„befreiung“ verursacht, die die Slums von Teheran angefüllt und den Schah weiter unbeliebt gemacht hat.
Das war dann das Fußvolk, das sich Chomeini mit vollem Herzen anschloß und seine Gegner niedermachte.

Erwähnung des Buches von Bahman Nirumand „Iran – hinter den Gittern verdorren Blumen“, das ein Augenzeugenbericht der iranischen Revolution ist. Demzufolge hofften er und andere, daß die verblendeten Massen irgendwann das Joch der Mullahs abschütteln und zur Sonne, zur Freiheit voranschreiten würden.

Über die Drogengesetzgebung des Iran – bei Schah und Mullahs relativ ähnlich restriktiv, wobei der Schah neben strengen Strafen gleichzeitig großer Opiumhändler war.
Leider bleiben die miesen Typen von Regimes – Gefängniswärter, Spitzel, Folterer – oft auch bei einem Regimewechsel relativ unbehelligt, weil das neue Regime sie auch braucht.

Viele Instanzen der Entscheidungsfindung – eine Autokratie ist der Iran sicher nicht –, der Wächterrat und die Revolutionsgarden, die Pasdaran.

Zur Außenpolitik des Iran ab Min. 28. Ist sie expansiv/imperialistisch oder defensiv?
Die Rolle der Revolutionsgarden, der Pasdaran.
Was heißt eigentlich „Verteidigung“ im politischen und militärischen Sinn?
Iranische Politik im Unterschied zu Daesh – kein Missionierungs-Gedanke. Auch keine Eroberungsgelüste, sondern nur breit gestreute Bündnisse als Gegenpol zu den Feinden in der arabischen Welt und im Westen. Der dritte Gegner, der „große Teufel“ Sowjetunion hat sich inzwischen erledigt.
Im Inneren des Iran sind der Zoroastranismus, das Judentum, das Christentum und auch andere Strömungen des Islam als autochtone Religionen anerkannt.

Das iranische Atomprogramm – weder noch: Sie wollen keine Bombe – nur nicht! – sie wollen aber das Programm auch nicht aufgeben.

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