Die historische Forschung konzentrierte sich lange Zeit vor allem auf Herrscher und damit auf Männer in hohen (politischen) Positionen. Ein Grund dafür ist, dass sich ihre Handlungen meist gut anhand der überlieferten Quellen rekonstruieren lassen. In der neueren Forschung hat sich der Blick jedoch erweitert: Historiker*innen beschäftigen sich zunehmend intensiver mit anderen Quellenformen, um weitere Personen am Hof, etwa Frauen, Kinder oder Bedienstete, besser erforschen zu können.
Zu diesem Thema wurde im Rahmen des Spezialforschungsbereichs Managing Maximilian ein Vortrag gehalten. Im Mittelpunkt stand Anna von Böhmen und Ungarn (1503–1547). Die Historikerin Jaroslava Hausenblasová erklärte darin, wie Historiker*innen das Leben der Königin mithilfe ihrer eigenen Briefe als historische Quellen rekonstruieren können.
Der Vortrag und die heutige Sendung mit dem Titel „Wie lernt man eine Königin kennen?“ beleuchtet Annas Rolle als Tochter des Jagiellonen-Königs Wladislaw II. Jagiello und als Ehefrau von Ferdinand I. Außerdem geht es um die politische und dynastische Bedeutung für die Verbindung der Häuser Jagiellonen-Dynastie und Haus Habsburg. Doch vielmehr behandelt der Vortrag das innenleben der jungen Königin, die unterschiedlichen Emotionen die Anna fühlt und wie sie diese in ihnen Briefen zu Ausdruck bringt.
Beitragsgestaltung: Anneta Trimis








