#Stillgelegt

Подкаст
ALTER-nativen für eine gute Zukunft
  • 26-07-27 Stillgelegt final
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Frauenkunst im Widerstand
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Frauenpolitik quo vadis ?
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Globaler Frauenstreik am 9.3.2026
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Frauenstreik am 24.10.25
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Erinnerungen an die Architektin und Widerstandskämpferin Margarete Schütte- Lihotzky
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One Billion Rising : gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
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25 Jahre Kosmos Theater in Wien : Feministischer Widerstand – heutig oder von gestern ?

Vor dem Parlament in Wien und am Ring liegen Menschen – vor allem Frauen – am Boden. Sonst nichts. Stille. Zuletzt am 17 Juni 2026. Da und dort liegen Menschen am Boden. In Berlin, in Zürich. Einmal sind es viele und einmal eine kleine Gruppe. Fotos von Menschen, die einfach still liegen, kursieren in den sozialen Medien. Was soll das sein?

#Stillgelegt ist ein Zeichen des Widerstands. Es macht sichtbar, was passiert, wenn wir nicht länger für schlecht- und unbezahlte Carearbeit zur Verfügung stehen: Wenn wir nicht mehr mitmachen, steht alles still. Stillgelegt macht Care-Arbeit sichtbar und fordert eine Wirtschaft, die Fürsorge, Bildung und Pflege ins Zentrum stellt. Die Debatte rund um die Geringschätzung von Care-Arbeit und um den fehlenden Fokus auf Frauenrechte ist hochaktuell.

Auf der Homepage von caringeconomy.jetzt ist dazu zu lesen: „Wir legen das System still. Aus Verantwortung für eine gerechte Zukunft üben wir kollektive Macht. Wir machen sichtbar, was immer unsichtbar bleiben sollte. Wir stören das System, das uns allen schadet. Wir unterbrechen. Wir entziehen einem ausbeuterischen System unsere Energie, unsere Zeit – symbolisch, kollektiv, politisch.“

Lysistrata und die erste Frauenstreikidee

Schon 411 v. Chr. ließ Aristophanes in der Komödie Lysistrata Frauen im Kampf für den Frieden in den Sexstreik treten. Aber noch immer zetteln einige wenige Männer zu Lasten der ganzen Menschheit Kriege an. Noch immer suchen Frauen nach einem guten Leben für alle, in welchem sich ihre Söhne nicht gegenseitig ermorden. Angesichts technologischer Entwicklungen und des Klimawandels ist es höchste Zeit, dass es gelingt.

Globaler Frauenstreik am 9. März 2027

Die Welt ist klein geworden und das traditionelle Wirtschaftmodell bedroht unsere Lebensgrundlage in noch nie dagewesenem Ausmaß. Auf dieser kleinen und für uns so bedrohten Welt sind Frauen auch global vernetzt. Die Zeit ist reif für Veränderung, für eine Veränderung, die von Frauen ausgeht. So sind Stillgelegt Aktionen auch in der Bewegung für einen globalen Frauenstreik eingebunden.

Mareike Fallwickl „Und alle so still“

Angeregt durch das Buch von Mareike Fallwickl „Und alle so still“, das 2024 erschien, finden seit Juni 2025 „Stillgelegt“ Aktionen im öffentlichen oder privaten Raum statt und werden in sozialen Medien dokumentiert. Mareike Fallwickel sagt zu Ihrem Buch in einem Interview mit dem Verlag:  „Im Jahr 2021 habe ich „Die Wut, die bleibt“ geschrieben und an einer Stelle Lola, das ist eine der Protagonistinnen, einen Satz in den Mund gelegt: stellt euch vor, hat Lola gesagt, die Frauen gehen nicht zur Arbeit, kochen nicht, putzen nicht, lenken keinen Bus, sitzen nicht an der Supermarktkassa und unterrichten keine Klasse, sie erzwingen einen umfassenden Stillstand, und ab diesem Moment war die Romanidee in meinem Kopf. Mich fasziniert die Kraft von Verweigerung, Streik und Solidarität.“

Caringeconomy

Traditionelle Wirtschaftsmodelle gehen einher mit patriarchal geprägten gesellschaftlichen Rolle von Frauen und der systematischen Entwertung von Care-Arbeit.  Soziale Ungleichheit, Fachkräftemangel, Pflegekrisen, Klimawandel, Einschränkungen der Frauenrechte, die Gender Gaps, demokratische Spannungen sind die Folgen. Diese strukturelle Abwertung und Auslagerungen sind Grundlage dieser dysfunktionalen Wirtschaftsordnung.

Caringeconomy stellt Fürsorge, Pflege und Bildung ins Zentrum von Wirtschaft und gesellschaftlicher Entwicklung. Sie berücksichtigt alle Bereiche, die Wertschöpfung schaffen und rückt den größten Wirtschaftssektor – die privaten Haushalte – ins Zentrum wirtschaftspolitischer Entscheidungen. Wirtschaftlicher Erfolg wird dabei an die Förderung von Fürsorge, Pflege und Bildung sowie an den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen geknüpft. Das erweitert den Blick auf Wohlstand und Wertschöpfung und zeigt, wie eine Wirtschaft Wohlergehen, Geschlechtergerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und ökologische Nachhaltigkeit stärken kann. Caring Economy fragt: Wie kann Fürsorge, Bildung und Pflege weiterwachsen. Denn die Wirtschaft dient dem Leben und nicht umgekehrt.

Die Lücke bei den Wirtschaftszahlen

Wenn sich bezahlte Pflegearbeit wegen Fachkräftemangel oder Sparmaßnahmen reduziert, wandert diese unbemerkt in den privaten Bereich und wird meist von Frauen übernommen. So wie das zuletzt dramatisch in den LockDowns der COVID Krise passiert ist. Den Preis dafür zahlen aber alle. Denn formelle Pflege schafft Erwerbsarbeitsplätze, generiert Einkommen und füllt den Pensions- und den Steuertopf. So kurbeln diese Arbeiten das Wachstum des BIP und die Volkswirtschaft an.

Nicht bezahlte und unsichtbare Pflege wird im BIP (Bruttoinlandsprodukt) nicht berücksichtigt und erzeugt gegenteilige Effekte. Pflegende Angehörige reduzieren oftmals ihre Erwerbsarbeit oder geben sie ganz auf, sie können sich weniger leisten und sind mehr auf Transferleistungen angewiesen oder mehr von Armut betroffen.

Darum gibt es an Berechnung des BIP berechtigte Kritik, denn Wohlstand entsteht nicht nur durch bezahlte Arbeit, die Waren und Dienstleistungen für den Konsum zur Verfügung zu stellt. Auch private Haushalte sind Orte der Produktion von Wohlstand. Neben so einleuchtenden Dingen wie Zubereitung von Essen und Hausarbeit ist auch das Großziehen von Kindern grundlegend für unsere Gesellschaft und damit Basis unseres Wirtschaftens.

Es ist dringend nötig das auch in wirtschaftlichen Zahlen zu berücksichtigen.

Denn solange wirtschaftspolitisch Arbeit mit Erwerbsarbeit gleichsetzt wird, bleibt der größere Teil der Arbeit, der in einer Volkswirtschaft getan werden muss, unsichtbar. Das hat vor allem für Frauen dramatische Konsequenzen:

Bei eingeschränkter Betrachtung scheint es, als würden Frauen weniger arbeiten, obwohl das Gegenteil ist der Fall: Die Zeitverwendungserhebung 2021/22 in Österreich zeigt: Wird die Erwerbsarbeit und die unbezahlte Arbeit addiert, arbeiten Frauen mehr als Männer. Da aber Frauen wegen Carearbeit öfter in Teilzeit weniger verdienen, sie sind viel häufiger von Armut betroffen, ganz besonders dramatisch im Alter.

Menschenrecht auf Care

Und manchmal können wir Europäer viel dazulernen. Denn der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte hat bereits ein eigenständiges Menschenrecht auf Care anerkannt und die Mitgliedstaaten der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik haben für die Jahre 2025 bis 2035 die Dekade des Handelns für eine Care Society ausgerufen. Darum geht es: Wie organisieren wir eine Gesellschaft, in der Menschen füreinander sorgen können, ohne dabei selbst auszubrennen.

Mit Beiträgen von:

Elisabeth Sechser: Gründerin von Caringeconomy.jetzt und Mitinitiatorin der Aktionen unter #Stillgelegt, https://www.caringeconomy.jetzt , https://www.sichtart.at/elisabethsechser/

Elisabeth Langwieser: Theaterpädagogin, aktuell „Tolle Augustine“ im Theater Olé, Mitglied der Pionierinnen vom Salon emmer

https://www.theaterfueralle.at/event-speaker/elisabeth-langwieser/

https://www.salonemmer.at/tanzprojekte/tanz-community-pionierinnen/

Monika Stahl: Künstlerin, die die Care Clock geschaffen hat, die angetrieben wird von der Energie, der Zeit, der Kommunikation und der Fürsorge sorgender Menschen, meist Frauen. Die Care Clock macht sichtbar, was Wirtschaftsstatistiken verschweigen: Nicht Geld hält die Gesellschaft zusammen, sondern unzählige Hände.

https://www.noen.at/klosterneuburg/16-tage-gegen-gewalt-klosterneuburg-leuchtet-orange-soroptimistinnen-setzen-ein-zeichen-498414874

Maria Kracikova: Fotografin, Streik Plakate bei #Stillgelegt

#artinpublicspace #artphotography #analog #35mm #film @stillgelegt_now @frauenstreik.at model: @agnes_verano < 333

https://www.instagram.com/p/DaS1H_7CBhk/?igsh=MTE4aHNnajI1ems3cA==

Tanja Dinter: Choregraphin,  Mitinitiatorin von Frauen*streik vom  24.10.25,  salon von Salon emmer: „ohne uns steht die Welt still“ https://www.salonemmer.at/salon-wer/tanja-dinter/

Samba Sisters von attac

https://www.attac.at/gruppen/themen-und-aktionsgruppen/sambasisters

Hedi Wagner: Mitiniatorin des Frauenstreiks am 24.10.2025.  Lehrtherapeutin und Mitbegründerin der seit 21 Jahre bestehenden queer – feministischen Arbeitsgruppe der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft  für Systemischer Therapie und systemischer Studien( ÖAS)

Weitere Links

https://frauenstreik.at

https://enoughgenug.org/materials/

https://www.closeecondatagap.com

Christine Rudolf und Elisabeth Sechser „Unbezahlte Arbeit: eine Lücke in der Wirtschafterfassung“ 9.9.25 https://www.awblog.at/Arbeit/Volkswirtschaftliche-Luecke-in-den-Daten

https://www.caringeconomy.jetzt/20240227-Presseinformation-CEDG-Unbezahlte-Arbeit-DACH.pdf

Interview mit Mareike Fallwickl: https://www.rowohlt.de/magazin/im-gespraech/mareike-fallwickl-im-interview

www.zwanzigtausendfrauen.at, https://fairsorgen.at ,

zur Budgetrede der Vielen 2026:  www.attac.at/news/details/alternative-budgetrede-zukunftsinvestitionen-statt-kuerzungen , www.1billionrising.at , https://www.caringeconomy.jetzt/stillgelegt/ ,

https://frauenstreik.at, https://enoughgenug.org,

Zahlen zu Pension Gap und Altersarmut von Frauen aus dem zivilgesellschaftlichen Parallelbericht zur Lage der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte (WSK-Rechte): https://fian.at/de/publikationen/bestellen-download/pb-2025/

Mehr dazu zum Nachhören bei ALTER-nativen für eine gute Zukunft – Enkeltaugliche Küchengespräche:

Frauenkunst im Widerstand https://cba.media/781916

Frauenstreik am 24.10.25 https://cba.media/744755

Globaler Frauenstreik am 9.3.26 https://cba.media/760065

Frauenpolitik Quo Vadis https://cba.media/770875

One Billion Rising : gegen Gewalt an Frauen und Mädchen https://cba.media/695658

25 Jahre Kosmostheater in Wien – Feministischer Widerstand heutig oder von gestern? https://cba.media/695658

 

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