Ein chorisches Theaterstück über Wut, Macht und Erinnerung.
Eine Frau allein in einem Zimmer. Ihr Mann, ein Arzt, hat ihr eine Ruhekur verordnet. Schreiben soll sie nicht, denken möglichst wenig. Die gelbe Tapete an der Wand beginnt sich mit der Zeit zu verändern – sie hört Stimmen, glaubt, eine Frau dahinter zu erkennen, und sie befreien zu müssen.
Die Kurzgeschichte Die Gelbe Tapete (1892) von Charlotte Perkins Gilman bildet den Ausgangspunkt dieser vielstimmigen Wut-Collage. Mythos und Gegenwart verschränken sich: Kassandra, der nicht geglaubt wird, trifft auf die Erinnyen als Stimmen kollektiver Erinnerung und auf radikalisierte Jugendliche von heute. Ein chorisches Geflecht entsteht – ein Befreiungsmuster aus Stimmen, Körpern und Widerstand.
RAGE – Hinter der Gelben Tapete untersucht, wie weibliche Wut historisch entwertet, pathologisiert oder zum individuellen Problem erklärt wurde – als „Hysterie“, als Depression, als Störung. Es verbindet wissenschaftliche Recherche mit Mythologie und aktuellen gesellschaftlichen Realitäten wie Femiziden, Essstörungen, sozialer Ungleichheit und Radikalisierung.
(WUK, 2026)
Interview mit Rita Dummer, Sarah, Morena und Marie (Darstellerinnen) – ein Nachbericht











