Wenn es Nacht wird in Graz, Folge 2

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    58:54

 Sonische Ethnographie und Fieldrecordings.

 

Das Thema sind die Grazer Nächte. Was geschieht nach Einbruch der Dunkelheit, in den Straßen, auf öffentlichen Plätzen, in Kaffeehäusern, Hang-Outs, Skate Parks, am Bahnhof oder in Bars? Wer arbeitet noch, wer ist noch wach, wo regt sich das Leben, was gibt es im nächtlichen Alltag zu entdecken?

Was bleibt den meisten Stadtbewohner:innen verborgen und macht es deshalb interessant darüber zu berichten?

Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie entstanden in zwei Folgen Interviews, Reportagen, experimentelle Collagen und Sammlungen von Geräuschen in den Nächten von Graz.

https://kulturanthropologie.uni-graz.at/de/ 

In Kooperation mit Radio Helsinki.

 

Heute:

Die Grazer Fortgehszene bei Nacht und die auditive Wahrnehmung“ von  Alina Hassler und Florian Weiler

Der Beitrag untersucht die auditive Wahrnehmung der Grazer Fortgehszene und fragt danach, wie Klänge das Erleben des nächtlichen Stadtraums prägen. Mithilfe von 15 Interviews mit Ausgehenden und vor Ort aufgenommenen Originaltönen werden unterschiedliche Wahrnehmungen und Erfahrungen des Grazer Nachtlebens hörbar. Der Beitrag zeigt, dass das Fortgehen individuell erlebt wird, die gemeinsame Geräuschkulisse jedoch ein zentrales Element darstellt und die Atmosphäre des Grazer Nachtlebens wesentlich prägt.

 

“ How quiet can a space really be? – Bibliotheken und Lernzonen als Orte der vermeintlichen Ruhe“ von Zoe Ebner

Hör mal hin, ist es wirklich so leise, wie es einem versprochen wird?
Bibliotheken und Lernzonen, Orte der ruhe, der Konzentration, des produktiven
Arbeitens.
Ich sitze hier und höre.
Meine Kopfhörer zuhause vergessen. Oder extra ohne Musik, um mich besser konzentrieren
zu können.
Mitten in der Nacht und trotzdem nicht alleine.
Studierende aller Wissenschaften kommen hier zusammen.
Tippen, Schreiben, Blättern, Lesen, Lernen.
Türen gehen auf und zu. Karten werden an piepende Schlösser gehalten.
Ausgehend vom Tisch am anderen Ende des Raumes kommt ein kontinuierliches Rauschen,
das sich bei genauem zuhören als Flüstern verwirklicht.
Die Lüftung surrt, der Getränkeautomat spuckt laut klappernd koffeinhaltige Getränke aus.
In Rucksäcken und Jutebeuteln wird nach Stiften gekramt.
Konzentration ist fehl am Platz.
Die Geräusche treiben mich in den Wahnsinn.
Zwischen Anflügen eines Workflows und dem Bedürfnis alles einzupacken und
heimzufahren, schreibe ich ein paar wenige Sätze.
Besser als gar nichts.

 

„Jukebox Utopias Contingent Snapshot“ von Bianca Ludewig

Das Werk entstand als künstlerischer Beitrag für das überregionale Medienkunst-Projekt „Contingent Snapshot“.

mehr unter: https://helsinki.at/program/132196/

 

 

 

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