Calle Libre Festival 2026 in Linz
Am 18. und 19. September verwandelte sich das Gelände der Post City Linz, dem ehemaligen Logistikstandort und Verteilzentrum der Post AG, in Zusammenarbeit mit dem Urban Art Kollektiv Calle Libre in das größte Street Art Ensemble des Landes. Der Gebäudekomplex, der nach dem Umzug des Postverteilerzentrums nach Allhaming lange Zeit als Austragungsort verschiedener Kunst und Kulturveranstaltungen diente, bis zuletzt dem Ars Electronica Festival, soll in den nächsten Jahren abgerissen und neu bebaut werden mit einem Mix aus Wohn- und Gewerbebauten. Über die genaue Zukunft der Post City werde laut Post-Generaldirektor Walter Oblin in den nächsten zwei Jahren entschieden. Doch vor dem Abriss solle das Areal noch einmal neu genutzt werden.
Gesprochen haben bei der Pressekonferenz zum Calle Libre Festival: Jakob Kattner (Kurator und Vorstandsvorsitzender Calle Libre), Walter Oblin (Generaldirektor Österreichische Post AG), Margot Nazzal (Landeskulturdirektorin OÖ) und Dietmar Prammer (Bürgermeister von Linz)
Auf insgesamt 2744 Quadratmetern stellen 8 unterschiedliche nationale und internationale Künstler:innen ihre Wandgemälde aus, die unter dem Motto „Addressing Tomorrow“ stehen. Die Kunstwerke verbinden Motive von Natur und Technologie miteinander. Zu sehen sind Linda Steiners sanftmütige Riesin auf der rechten Fassadenseite, die Brennnessel und Skorpion hält und das Wandgemälde von Manuel Skirl, welches klassische Bauernbilder mit floralen Elementen verbindet.
Zu den weiteren ausstellenden Personen gehören Coins, Mario Naise und Noel aus Österreich sowie Salab aus Frankreich, JahOne aus Bulgarien und der spanische Spidertag, dessen leuchtendes interaktives Wandgemälde den Uhrturm ziert.
Das Calle Libre (span. für „Freie Straße“) ist Kulturprojekt und Festival, welches 2014 in Wien startete und seitdem zum größten Street Art Festival in Zentraleuropa avancierte. Es versucht Kunst öffentlich zugänglich zu machen, Sichtbarkeit für Street Art und Urban Aesthetics auf kuratierten Wänden zu kreieren und zum Dialog anzuregen.
Jakob Kattner, Gründer des Festivals, bringt gemeinsam mit seinem Team jährlich verschiedene nationale und internationale Künstler*innen nach Wien, um sie dort ihre Kunst ausstellen zu lassen. Neben den Wandgemälden und Installationen verbindet das Calle Libre auch Workshops, Urban-Artist-Touren und Musikveranstaltungen.
„Gemeinsames Malen als Flucht vor den Alltagssorgen“ Das Kunstkollektiv Perras Bravas aus Mexiko
Beitrag von südnordfunk im Radio Dreyeckland Freiburg von freie-radios.net: https://www.freie-radios.net/138347
Ciudad Juárez – eine Stadt, die seit den 1990er Jahren zum Synonym für Frauenmorde geworden ist. Hier, in der mexikanischen Grenzmetropole, wurde der Begriff Femizid zum ersten Mal verwendet. Hier wuchsen junge Frauen auf, für die Gewalt, Mord und das Verschwinden von Mädchen zur Alltagsrealität gehörten.
Drei von ihnen haben sich zusammengetan: Die Künstlerinnen Poli no Police, Nayo und C Is for Scorpio nennen sich Perras Bravas – Bissige Hündinnen. Mit Street Art erobern sie sich den öffentlichen Raum zurück, der ihnen als Frauen verwehrt werden sollte. Sie kleben Paste-Ups an Wände, malen Graffiti und schaffen damit nicht nur politische Kunst, sondern auch einen Safe Space füreinander.
Kathrin Zeiske hat das feministische Kollektiv in Ciudad Juárez getroffen und mit ihnen gesprochen.
Mein erstes Graffiti
Beitrag von Radio corax aus Halle von freie-radios.net: https://www.freie-radios.net/137368
Egal ob auf Clubtoiletten im Stadtbild oder auf S-Bahnen, Graffiti ist aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Auch Joana und Vito von der tagesaktuellen Redaktion waren zusammen malen. Für Joana war es das erste Mal, dass sie mit der Dose gesprayt hat. Genau genommen nicht so gaaanz das erste Mal – aber es ist das erste eigene Bild dabei rumgekommen. Vito erklärt, wie man einen Buchstaben aufbaut, wie man eine Outline zieht und erzählt, wie er früher das ganze Dorf zugetaggt hat. Währenddessen versucht Joana das Erklärte umzusetzen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Wir nehmen euch mit an die Wand!