Stunde der Wintervögel 2024 | Klimaschutz in Linz

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Österreichweit haben über 27.000 Menschen bei der Stunde der Wintervögel mitgemacht. Die Daten tragen dazu bei, Artenrückgänge zu beobachten. Franz Essl war in Linz zu Gast und resümiert über Linzer Klimaschutzmaßnahmen.

 

Vogelarten sind rückgängig

Bei der Stunde der Wintervögel konnten interessierte Bürger*innen im Jänner an einem Tag eine Stunde lang Vögel  zählen. Diese Beobachtungen fallen unter sogenannte „Citizen Science“, also wissenschaftliche Projekte mit Teilnahme der Bevölkerung. Organisiert wird die Zählung von der Vogelschutzorganisation Birdlife Österreich.

Ein Mann sitzt an einem Tisch und schaut in die Kamera. Er befindet sich in einem kleinen Radiostudio. Hinter ihm ist eine Glaswand, auf die bis zur Hälfte schwarzer Schaumstoff geklebt ist.
Norbert Pühringer von Birdlife Österreich

Heuer gab es 27.821 Teilnehmende und es wurden durchschnittlich 32 Vögel pro Zählort beobachtet. Das ist mehr als im letzten Jahr. Das Ergebnis lässt aber nicht auf einen positiven Trend  bei der Artenvielfalt schließen. Seit 15 Jahren werden Zählungen durchgeführt, und allgemein gehen die Anzahl der Vögel und Vogelarten zurück. Norbert Pühringer, oberösterreichischer Landesleiterstellvertreter von Birdlife Österreich spricht darüber, warum diese Zählung so wichtig ist:

„Es ist also einerseits aus wissenschaftlichen Gründen wichtig zu wissen, wie sich die Bestände entwickeln, welche nehmen zu, welche nehmen ab? Bleibt alles beim Alten oder ändert sich etwas gravierend? Und auf der anderen Seite wollen wir mit dem Programm die breite Öffentlichkeit einbinden, um Sensibilität für den Vogelschutz zu entwickeln, Aufmerksamkeit für die eigene Wohnumgebung zu erwecken, wo ganz wesentlich Naturschutz passiert.“

Die Unterschiede in den Zählungen hängen jährlich von verschiedenen Bedingungen ab, das Wetter und die Verfügbarkeit von Nahrung spielen eine Rolle. Und natürlich, dass immer mehr Menschen bei den Zählungen mitmachen. Das kann zu Falschzählungen führen, aber laut Pühringer wäre das auf die große Masse gesehen vernachlässigbar. Dass der Vogelbestand allgemein zurückgeht hat damit zu tun, dass es immer wenige Nistplätze in Hecken oder Sträuchern und Nahrung in Form von Samen und Insekten gibt. Ideal wäre für die meisten Vögel ein kleinteiliger Lebensraum mit vielen Unterschlüpfe und Platz zum Brüten. Diese Brutplätze werden zum Beispiel in Linz an Hochhäusern angebracht, um so in der Stadt Lebensräume für Vögel zu schaffen.

Auch wenn eine intakte Natur Vögeln am meisten helfen würde, können Personen mit Zufütterung im Winter und im Sommer den Tieren helfen. Man sollte beachten, dass die Futterstellen nicht verschmutzt werden können und Wasserstellen sollten auch regelmäßig gereinigt werden.

Artenschutz in Linz

Klimastadträtin Eva Schobesberger hat gemeinsam mit dem Leiter der Naturkundlichen Station, Thomas Schiefecker und dem Biodiversitätsforscher Franz Essl vorgestellt, wie die Artenvielfalt innerhalb der Stadt erhalten bleiben kann. Dazu ist am 16. Februar eine Tagung mit dem Titel „Stadtlandschaft im Wandel – Förderung der Artenvielfalt und Klimawandelanpassung am Beispiel der Stadt Linz“ im Wissensturm abgehalten worden.

Die Stadt Linz hat sich zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein. Das soll mit der Umsetzung verschiedener Projekte gelingen.

„Neben der Klima- und Biodiversitätskrise wird der demografische Wandel, also der steigende Bevölkerungsanteil von in der Stadt lebenden Menschen, eine zusätzliche Herausforderung für das Ökosystem Stadt sein. Nur durch fundiertes Wissen über die Stadtnatur kann es gelingen, dieses kostbare Gut zu bewahren, damit eine Stadt lebenswert bleibt“, sagt Schiefecker.

Franz Essl hat bei der Pressekonferenz in einem kurzen Vortrag seine Erwartungen an die Stadt Linz ausgeführt. Er lobt die Arbeit der naturkundlichen Station. Essl kritisert aber auch, dass die Mittel der Station mittlerweile um einiges zurückgegangen sind. Außerdem kritisiert er stark den Ausbau des Westrings und gibt positive Beispiele an, wie zum Beispiel Paris, wo SUV mehr an Parkgebühren zahlen müssen, wie Mobilität in der Stadt zukünftig gedacht werden muss.

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