Robert Temel

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„Baukultur betrifft uns alle“, heißt es einleitend auf der Website des Bundesministeriums für Wohnen. Man könnte also davon ausgehen, dass die Entwicklung von Baukultur eine der wichtigsten Aufgaben der Politik ist. Landauf, landab sollten politische Parteien um Konzepte und Rahmenbedingungen wetteifern, damit unsere gebaute Umwelt nachhaltig, qualitätsvoll, funktionell und menschengerecht gestaltet wird.

Wenn man sich jedoch in Österreich umsieht und Robert Temel zuhört, stellt man fest, dass dem nicht so ist – das Thema firmiert meist unter „ferner liefen“. Dabei betrifft Baukultur wirklich jede und jeden und ist die Basis für die Lösung vieler gesellschaftlicher Probleme, denn sie entsteht nicht am Reißbrett, sondern im Dialog zwischen Architektur und Stadtplanung, Wirtschaft, öffentlicher Hand und Gesellschaft. Dünn gesäte Leuchtturmprojekte beweisen diese Aussage überzeugend, bleiben aber die Ausnahme.

Robert Temel ist selbstständiger Architektur- und Stadtforscher sowie Berater und arbeitet zu den Themen Baukultur, Wohnbau, Architektur und Städtebau. Er studierte Architektur an der Universität für angewandte Kunst Wien, war Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Architektur und ist Mitbegründer der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen und Sprecher der plattform bau kultur politik.