Wer wachen Auges durch die Stadt Salzburg geht oder radelt sieht es auch ohne Zahlen und Statistiken auf den ersten Blick: Die nördlichen Stadtteile Lehen, Elisabeth-Vorstadt, Itzling, Schallmoos sind tendenziell dicht verbaut, der Süden mit Morzg, Gneis, Hellbrunn, Nonntal, Salzburg-Süd ist tendenziell grüner. Im Norden ist die Verkehrsbelastung deutlich höher – hier führt die B1 mitten durchs Stadtgebiet.
Kongruent zur Bebauungsdichte und Verkehrsbelastung ist die Sozialstruktur in der Stadt. In Itzling und in der E-Vorstadt ist der relative Anteil an Sozialhilfeempfängern und -empfängerinnen (Bedarfsorientierte Mindestsicherung) mehr als drei Mal so hoch wie in Morzg, Gneis, Leopoldskron oder Hellbrunn. Und natürlich ist auch der Anteil an Migranten- und Migrantinnen im Norden entsprechend höher als in den Villenvierteln im Süden.
Vieles an dieser Aufteilung der Stadt ist historisch gewachsen, vieles aber auch den politisch Verantwortlichen der jüngeren Vergangenheit zuzuschreiben. Die neue rot-rot-grüne Stadtregierung hat dieses Ungleichgewicht erkannt und hat unter Federführung von Planungsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) einen Entwurf für das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) vorgelegt, nach welchem auch Wohnbauten in den südlichen Stadtteilen möglich sein sollen.
Thomas Neuhold spricht in dieser Episode mit Stadt- und Raumplaner Bernhard Gugg über die räumliche Entwicklung der Stadt Salzburg.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Ein bisserl Klassenkampf in der Stadtplanung“ von Thomas Neuhold lesen.
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Redaktion: Thomas Neuhold
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer











