Asbest in Ostösterreich: Greenpeace und Umwelttoxikologe warnen vor hoher Asbestfaser-Belastung im Frühling und Sommer

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Greenpeace Presseaussendung vom 5.3.2026:
„Asbest in Ostösterreich: Greenpeace und Umwelttoxikologe warnen vor hoher Asbestfaser-Belastung im Frühling und Sommer

Umweltschutzorganisation kritisiert „Richtwert” der Taskforce als unwissenschaftlich – fordert Sofortmaßnahmen statt Verlagerung des Problems

Wien (OTS) – 

Greenpeace warnt angesichts des trockenen, warmen Frühlingswetters vor einer gefährlichen Asbestfaser-Belastung in der Luft in Ostösterreich. In einem Hintergrundgespräch mit dem renommierten Umwelttoxikologen Dr. Norbert Weis forderte die Umweltschutzorganisation erneut Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Die Luftmessungen der Taskforce zeigten beim Krankenhaus Oberwart trotz kaltem und nassem Winterwetter durchschnittlich 830 Asbestfasern pro Kubikmeter in der Außenluft. Für Asbestexperten Dr. Weis sind die Luftmessungen unter diesen Bedingungen nicht allgemein aussagekräftig. Greenpeace kritisiert die Intransparenz der Taskforce und fordert die vollständige Veröffentlichung aller Messdaten. Bei einem Lokalaugenschein stellte Greenpeace fest, dass nach wie vor große Mengen an asbesthaltigem Feinschotter unmittelbar vor der Klinik Oberwart liegen.Umwelttoxikologe Norbert Weis sagt: „In Ostösterreich liegen offen nahezu reine Asbestbrocken an hoch frequentierten Standorten – sowas ist mir in meiner gesamten jahrzehntelangen Karriere noch nicht untergekommen. Diese Steine bergen ganz offensichtlich ein enormes Risiko für alle, die damit arbeiten, spielen oder daneben wohnen. Neben der Belastung der Außenluft können freigesetzte Asbestfasern durch Lüften auch in die Innenraumluft gelangen.” Dr. Norbert Weis ist Leiter des Bremer Umweltinstituts, ein unabhängiges und akkreditiertes Analyse- und Forschungsinstitut mit eigenem Asbestlabor und jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der Schadstoffuntersuchungen. Der von der Taskforce kommunizierte Richtwert von 1.000 Fasern pro Kubikmetern ist für Dr. Weis viel zu hoch angesetzt: „Ich empfehle einen Richtwert von maximal 500 Asbestfasern pro Kubikmeter in der Außenluft. Das entspricht dem Sanierungszielwert von Asbestbaustellen in Innenräumen.”

Auf Ostösterreich kommt aktuell eine Trockenperiode mit bis zu 15 Grad zu. Stefan Stadler, wissenschaftlicher Experte bei Greenpeace Österreich warnt: „In der wärmeren Jahreszeit ist mit signifikant höheren Asbestwerten in der Luft zu rechnen. Dadurch besteht nicht nur große Gefahr, dass Asbestfasern in der Außenluft eingeatmet werden, die krebserregenden Fasern können auch in die Innenräume verschleppt werden.”

Bei einem erneuten Lokalaugenschein stellte Greenpeace fest, dass weiterhin faustgroße, poröse Asbestbrocken neben und auf dem Gehsteig vor der Kinderkrippe Oberwart liegen. Ebenso befinden sich am zugehörigen Parkplatz reine Asbesteinschlüsse im Asphalt. Während der asbestbelastete Schotter der Krankenhausbaustelle bei der Klinik Oberwart abgedeckt wurde, liegt weiterhin deutlich sichtbar asbestbelasteter Feinschotter im Straßenbankett. Direkt am Bankett parken Autos der Patient:innen und Besucher:innen.

Greenpeace fordert die burgenländische Landesregierung erneut auf, umgehend im Sinne des Minimierungsgebotes von Umweltgiften mit Sofortmaßnahmen wie der Entfernung von Asbestmaterial an allen betroffenen Standorten zu beginnen. „In Deutschland müsste ein dermaßen asbestbelasteter Schotter längst abgetragen werden. Es ist für mich unverständlich, wie von offizieller Seite in Österreich versucht wird, die Gefahr kleinzureden”, sagt Umwelttoxikologe Dr. Weis.“

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