Meldungen 10.06.2026

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Neustart für das VinziNest
Nach umfassender Sanierung hat das VinziNest, die größte Notschlafstelle der Steiermark, wieder am ursprünglichen Standort in der Grazer Maria-Stromberger-Gasse eröffnet. Gemeinsam mit dem VinziSchutz bietet die Einrichtung jährlich bis zu 18.000 Nächtigungen für wohnungs- und obdachlose Menschen. Im Zuge der Generalsanierung wurden die Gebäude modernisiert und unter anderem barrierefreie Zugänge, neue Aufenthaltsräume sowie verbesserte Sanitär- und Belüftungsanlagen geschaffen. Die Kosten des Projekts fielen mit rund 3,8 Millionen Euro deutlich höher aus als geplant. Die VinziWerke weisen deshalb darauf hin, dass sie auch künftig auf Spenden angewiesen sind, um ihre Angebote langfristig abzusichern.

Migrant:innenbeirat kritisiert ORF-Berichterstattung
Der Migrant der Stadt Graz hat in einem offenen Brief Kritik an einem Beitrag von „Steiermark heute“ geäußert. Anlass ist ein Bericht vom 28. Mai über Forderungen von Landeshauptmann Mario Kunasek nach strengeren Regeln bei der Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft. Der Beirat bemängelt, dass die Aussage, künftig solle nur mehr „echtes Erwerbseinkommen“ als Nachweis des Lebensunterhalts gelten, ohne journalistische Einordnung wiedergegeben worden sei. Tatsächlich werde Sozialhilfe nach geltendem Staatsbürgerschaftsrecht bereits jetzt nicht als anrechenbares Einkommen anerkannt. Der Beirat fordert vom ORF Steiermark eine Klarstellung der Rechtslage sowie eine stärkere Trennung zwischen politischen Positionen und rechtlichen Fakten.

Stadt Graz hält am Energiewerk fest
Die Stadt Graz will das geplante Energiewerk weiterverfolgen. Das geht aus einer Aussendung von Bürgermeisterin Elke Kahr und Finanzstadtrat Manfred Eber hervor. Das Projekt soll künftig Strom für rund 15.000 Haushalte sowie Fernwärme für etwa 23.000 Wohnungen liefern. Zudem sollen laut Stadt jährlich rund 15.000 Tonnen CO₂ und etwa 9.000 LKW-Fahrten eingespart werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die langfristige Absicherung der Müllentsorgung im Großraum Graz.
Kritik kommt unter anderem von der Bürgerinitiative „Stopp Müllverbrennung Graz“. Sie befürchtet zusätzliche Belastungen für Klima, Umwelt und Gesundheit und verweist auf Schadstoffemissionen sowie den jährlichen CO₂-Ausstoß der Anlage. Zudem wird die Vereinbarkeit des Projekts mit langfristigen Klimazielen und die technische Ausgestaltung des Vorhabens infrage gestellt. Die Stadt weist die Einwände zurück und argumentiert, das Energiewerk stärke die regionale Versorgungssicherheit und mache Graz unabhängiger von internationalen Energie- und Entsorgungsmärkten.

Haftstrafen für sogenannte „Pedo-Hunter“
Im Salzburger Prozess gegen mehrere Angehörige der sogenannten „Pedo-Hunter“-Szene sind am Freitag teils langjährige Haftstrafen verhängt worden. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, wurden vier Angeklagte im Alter zwischen 21 und 25 Jahren unter anderem wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen. Die Strafen reichen von neuneinhalb bis zwölf Jahren Haft. Ein weiterer Angeklagter erhielt 18 Monate bedingt. Laut Anklage hatten die Täter im Oktober 2024 zwei Männer unter dem Vorwand eines Treffens mit einer Minderjährigen nach Lend im Pinzgau gelockt und schwer misshandelt. Ein Opfer erlitt unter anderem Gesichtsbrüche und eine Hirnblutung. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

AfD-Delegation zu Besuch bei steirischer FPÖ
Vertreter der steirischen FPÖ haben Ende Mai eine Delegation der deutschen AfD Sachsen in Graz empfangen. Wie die Tageszeitung Der Standard berichtet, trafen die AfD-Politiker unter anderem Landesrat Hannes Amesbauer und FPÖ-Klubobmann Marco Triller. Die AfD Sachsen wird vom sächsischen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Angeführt wurde die Delegation von Landesparteichef Jörg Urban. Ebenfalls dabei war der AfD-Politiker Lars Kuppi, ein ehemaliger Polizist, der nach einer rechtskräftigen Verurteilung seine Dienstwaffe verlor. Kritik an dem Treffen kam von der steirischen SPÖ. Klubobmann Hannes Schwarz warf der FPÖ vor, mit Kräften zu kooperieren, die demokratische Institutionen ablehnen würden. Eine Stellungnahme der steirischen FPÖ lag laut Der Standard zunächst nicht vor.

Förderung für umstrittenen Kulturverband
Der damalige steirische Landeshauptmann Christopher Drexler von der ÖVP hat Ende 2022 eine Förderung für den Alpenländischen Kulturverband Südmark genehmigt, obwohl das zuständige Kulturkuratorium diese zuvor abgelehnt hatte. Wie die Kronen Zeitung berichtete, erhielt der Verband 4.000 Euro für ein Projekt zur Unterstützung von Deutschunterricht und Volkstanzkursen im rumänischen Banater Bergland. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, kurz DÖW, ordnet den Verband dem deutschnationalen beziehungsweise rechten Spektrum zu und spricht ihm eine Integrationsfunktion im rechtsextremen Lager zu. Das Büro Drexlers betonte damals, die Fördermittel seien ausschließlich für das eingereichte Bildungsprojekt vorgesehen und würden entsprechend kontrolliert.

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