Kaffee-, Leder- oder Palmölproduktion dort, wo vor Kurzem noch wertvolle Naturwälder wuchsen: Genau das sollte die EU-Entwaldungsverordnung verhindern. Unternehmen sollten nachweisen, dass ihre Produkte nicht mit Abholzung in Verbindung stehen. Ein wichtiger Schritt für Klima und Biodiversität, denn Wälder speichern CO2 und sind Lebensraum für einen Großteil aller Arten weltweit. Doch einige Akteure, insbesondere aus Österreich, laufen Sturm gegen das Gesetz: ÖVP sowie Vertreter:innen der Forst- und Wirtschaftslobbys warnen vor Bürokratie und Wettbewerbsnachteilen. Seit der Verabschiedung 2023 wurde das Gesetz mehrfach verschoben und abgeschwächt.
Dahinter steht ein größerer Trend: Unter dem Schlagwort „Simplification“ setzt die EU derzeit in vielen Bereichen auf Deregulierung. Umwelt-, Sozial- und Verbraucherschutzstandards sollen abgebaut werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Bürokratie zu reduzieren. Doch auch der Widerstand dagegen wächst: Die österreichische Plattform „Kettensäge stoppen!“ kämpft EU-weit mit ihren Partnerorganisationen gegen die Deregulierungspolitik der EU.
In der Sendung spricht ihre Koordinatorin Magdalena Pitzer über den Einfluss großer Konzerne auf die aktuelle EU-Politik und was dies für Umwelt, Klima und soziale Standards bedeutet. Dabei ist die Entwaldungsverordnung ein Paradebeispiel für Deregulierung. Nicolas Roux, Experte für internationale Lieferketten an der BOKU, erklärt, warum gerade Österreich sich als großer Rundholzimporteur bei dem Gesetz querlegte. Außerdem zu Wort kommen die EU-Abgeordneten Thomas Waitz (Grüne) und Reinhold Lopatka (ÖVP) sowie der Ökonom Werner Raza.
Interviews mit:
Magdalena Pitzer, Koordinatorin der Plattform „Kettensäge stoppen!“ und EU Umweltpolitik Expertin von Global 2000
Nicolas Roux, Forscher an der BOKU mit Schwerpunkt auf Lieferketten von Agrar- und Forstprodukten
Ebenfalls zu Wort kommen:
Reinhold Lopatka, EU-Abgeordneter für die Österreichische Volkspartei
Werner Raza, Ökonom (Vortrag bei „Kettensäge stoppen: Alternativen zur EU Deregulierungsagenda“)
Thomas Waitz, EU-Abgeordneter für die Grünen
Die Initator:innen der Plattform „Kettensäge stoppen!“ sind:
Attac Österreich, GLOBAL 2000, ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund, Arbeiterkammer Wien, Anders Handeln, NeSoVe Netzwerk Soziale Verantwortung, epicenter.works Plattform Grundrechtspolitik, Greenpeace.
https://www.kettensaege-stoppen.at/
Die Signation von OpenUp ist unter CC-Lizenz folgendem Titel entnommen: „Coolman“ aus dem Album „Kogani“ der Formation Suerte.
Sendungsgestaltung: Ines Stiermeier
Sprecherin: Sophia Tietjen







