Ein Gespräch mit den „Defensoras Feministas“ – ihre Rechtsarbeit mit Frauen und Mädchen in den marginalisierten Stadtteilen Mexiko Citys, ihre Verortung in der städtischen Volks- und Frauenbewegung.
Lautstarke Impressionen vom Kampf heutiger junger Feministinnen und Aktivistinnen am 8. März in einer kleinen Provinzstadt Mexikos.
Geschichte der Frauenbewegung und des Feminismus heute – in einem Land, wo sich die Präsidentin als Feministin bezeichnet und eine „alte“ Frauenkämpferin Bürgermeisterin der Hauptstadt ist.
In dieser Sendung sprechen wir mit Margarita García, der Mitgründerin und langjährigen Leiterin der “Defensoras Feministas”, der „Rechtsverteidigerinnen“. Wir haben über die “Defensoras” in unserer Sendung vom Juni 2024 bereits berichtet.
Margarita gibt uns einen Einblick in die komplexe und schwierige Arbeit der „Verteidigerinnen“, die für Frauen der marginalisierten Zonen Mexico Citys und des Umlands kostenlosen Rechtsbeistand bieten und sie umfassend in Fällen von extremer Gewalt begleiten. Das bedeutet Arbeit vor Ort, mit den Betroffenen, deren Familien und Begleitung bei Behördengängen sowie vor Gericht. Das bedeutet auch, wie Margarita sagt, „sich für die Frauen mit den korrupten Beamten der Justiz zu streiten“.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit der letzten 2 Jahre ist die Präventionsarbeit. Sie erzählt, dass sie junge Frauen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren am besten über die Schulen erreichen, weil das weniger gefährlich sei. Der „Machismo“ und die Männergewalt sind so groß, dass „Gewaltprävention“ unter anderen Bezeichnungen verdeckt stattfinden muss. Eine sehr wichtige Arbeit ist hierbei die Schulung der Lehrerinnen.
„Wenn eine Lehrerin sensibel für das Thema ist, können wir ihr sehr viele Elemente in die Hand geben, damit sie die Kinder kompetent und liebevoll betreuen kann“, meint Margarita. Liebe sei umso wichtiger, speziell da die Mädchen heute einen besonders traurigen Eindruck machten.
Wir sprechen zudem über die große Aufgabe, neue, junge „Defensoras“ auszubilden. „Das ist ein langer Prozess“, erklärt sie. Es gehe nicht bloß um Gesetze und Abläufe, sondern die „Verteidigerinnen“ müssten das Problem zunächst tiefgehend verstehen, um effektive Lösungen zu finden – und schließlich mit ihrer eigenen Gewaltgeschichte umgehen und sie verarbeiten lernen.
Nach dem Gespräch mit Margarita erhalten wir einen kleinen Einblick in die Geschichte der Frauenbewegung als Bestandteil einer großen städtischen Volksbewegung sowie ihrer Organisation CONAMUP, deren frühere Anführerin Clara Brugada die heutige Bürgermeisterin der größten Stadt Lateinamerikas ist.
Zum Schluss werden wir zudem „Ohrenzeug*innen“ und nehmen an einem kämpferischen 8. März in Yautepec teil, einer Kleinstadt im Bundesstaat Morelos, wo kämpferische junge Frauen die eskalierende Gewalt und Feminizide in ihrer Stadt anklagen und lautstark Gerechtigkeit für ihre Mitstreiterin Maylin einfordern, die kurz zuvor ermordet worden ist.
Sendungsgestaltung: Siegrid Wistrcil
Musik:
„Alerta” mit Sabina Odone, Maria Bernal, Irina Indigo y Vivir Quintana
“Antipatriarca” – Ana Tijoux
“Llorona Asesina” – Den Villuendas
“Mis derechos de Mujer” – Raíces
Sendungssprachen: Deutsch und Spanisch
Fotocredit: Siegrid Wistricil









