Hype vs. Kulturgut: Ube

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Ube wird gerade als neuer „Foodtrend“ gefeiert. Die lila Yamswurzel wird in Getränken und Desserts verarbeitet, kritisiert wird, dass der philippinischen Ursprung dabei ausgeklammert wird. Ube, die Yamswurzel, die in den Phillippinen ihren Ursprung hat fällt durch ihre kräftige lila Farbe auf. Die besondere Farbe ist es wahrscheinlich auch, warum Ube gerade so gehyped wird. In Kaffee- oder Matchagetränken, in Kuchen und Eis wird Ube hauptsächlich verarbeitet. Bei diesen Trends wird aber oft auf deren Ursprünge vergessen und welche Bedeutung die Nahrungsmittel in den jeweiligen Kulturen hat. Das Stern Magazin schreibt zum Beispiel salopp: „Das giftige Grün dominierte in den vergangenen Monaten die Cafés: Matcha-Latte, Kuchen mit Matcha, Matcha-Eis. Der pulverisierte Grüntee aus Japan ist zum weltweiten Trend geworden, Influencer befeuerten den Hype. Doch nun folgt auf Grün Lila: Der neue Food-Trend dieses Jahres soll die philippinische Yam-Knolle Ube sein.“ Matcha ist in Japan tief verankert in der Teekultur, kein kurzweiliger Hype. Ube ist ein Grundnahrungsmittel auf den Philippinen, Menschen aus der Community kritisieren den Umgang mit ihrem Kulturgut. Teilweise seien in Ube Produkten gar keine richtige Ube drin, es würde lila eingefärbt werden. Das enttäuscht besonders, wenn man beim ersten Schluck oder Biss nicht auf den nussig-vanilligen Geschmack der Ube trifft. Wie kann man respektvoll mit Nahrungsmittel anderer Kulturen umgehen? Jennifer Merx von der Halo-Halo Community, einem Netzwerk von und für Phillipinn*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hat mit Melanie Schiller gesprochen und Fragen wie zum Beispiel „Wie umgehen mit dem neuen Trend?“, „Welche Möglichkeiten der Wertschätzung gibt es?“, „Cultural Appropriation oder appreciation?“ geklärt. Welche Zusammenhänge es zwischen post-kolonialen Strukturen und der Yamswurzel auf sich hat, erklärt Jennifer Merx. Es sei auch das perfekte Produkt zur Vermarktung, aufgrund der schönen lila Farbe, und würde auf Social Media Kanälen auch genau deswegen so einschlagen. Außerdem spricht es durch seinen Ursprung auch eine gewisse Wellness-Bubble an, da der Wurzel gesunde Eigenschaften zugesprochen werden. Was beispielsweise Starbucks mit dem Farbwechsel auf der Speisekarte zu tun hat, hören Sie in diesem Interview. Einerseits gibt es in der phillippinischen Community Freude darüber, dass Ube in Europa so großen Anklang findet, andererseits gibt es aber auch die Sorge, dass die Wurzeln der Superknolle auf der Strecke bleiben. Trend als Chance Die Kinderschutzorganisation PREDA (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance) setzt sich auf den Philippinen dafür ein, missbrauchten Kindern zu helfen, sie aus der Zwangsprositution oder aus Gefängnissen zu befreien. Um diese Arbeit zu finanzieren werden Mangos angebaut und zu Produkten verabeitet, die dann in Weltläden gekauft werden können. Petra Geiger-Kletzl vom Weltladen Eisenstadt und für PREDA tätig, erklärt, dass die Mangos von dem indigenen Volk der Aeta angebaut werden, um auch diese zu unterstützen, in dem ein fairer Preis für die Produkte bezahlt wird. 2026 wird zum ersten Mal Ube angepflanzt, dieses soll als Püree Anfang nächsten Jahres in den Weltläden erhältlich sein. Die Kleinbäuer*innen selbst wussten von dem globalen Hype, aber waren sich dem Ausmaß nicht vollends bewusst, so Geiger-Kletzl. Dort sehe man das Interesse als Chance, um gute Ubeprodukte anbieten zu können und das eigene Kulturgut teilen zu können. Ob es auch die Sorge gibt, dass der Hype 2027 schon wieder vorbei ist? Wenn einem der richtige Geschmack von Ube zusage, dann würde man es auch weiterhin kaufen. Dann ein faires Produkt anbieten zu können zahle sich auch weiterhin aus, meint Geiger-Kletzl.

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