Keine Zuständigkeit, keine Lösung: Ukrainische Vertriebene obdachlos im Metahofpark

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VON UNTEN im Gespräch
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In dieser Ausgabe VON UNTEN im Gespräch geht es um die humanitäre Notlage im Grazer Metahofpark, in dem seit Monaten aus der Ukraine vertriebene Familien ohne Unterkunft leben – und um die Frage, warum bislang niemand die Verantwortung dafür übernimmt.

Tamara und Leo aus der VON UNTEN Redaktion haben sich im Sommer auf die Recherche zu dieser Frage gemacht und mit den VinziWerken, der Caritas Steiermark, der Initiative Leave No One Behind Graz sowie dem Sozialamt gesprochen.

Grund für die Situation ist eine politische Entscheidung: 2025 kündigte die steirische FPÖ-ÖVP-Landesregierung sämtliche Verträge mit Hilfsorganisationen, die Notquartiere für Menschen betrieben hatten, die um Asyl ansuchen und noch nicht in der Grundversorgung sind. Seit Frühjahr 2026 leben deshalb immer wieder vertriebene Familien im Grazer Metahofpark. Zunächst sprang die Stadt Graz mit einer Übergangsfinanzierung ein, diese lief jedoch Anfang Mai 2026 aus, seither gibt es keine Erstaufnahme- oder Übergangsquartiere mehr für ukrainische Vertriebene. Zeitweise waren bis zu fünf Frauen und 19 Kinder – die meisten davon unter zehn Jahren – sowie Schwangere und chronisch kranke ältere Menschen im Park untergebracht, bei Temperaturen teils um den Gefrierpunkt.
Mitte Juli spitzte sich die Lage weiter zu: in der Nacht auf den 10. Juli schlugen Unbekannte mutmaßlich aus rassistischen Motiven mit Stangen auf die Zelte der Familien ein, in denen sich auch ein fünfjähriges Kind befand. Der Angriff ereignete sich auf einer schlecht einsehbaren Ersatzfläche im Süden von Graz, die weit von jeglicher Versorgungsinfrastruktur entfernt liegt; kurz darauf wollten Polizei und Ordnungswache neu ankommende Familien im Metahofpark an genau diesen Ort bringen.

Im Zentrum der Sendung steht die Frage, wo die Zuständigkeit zwischen Stadt, Land und etablierten Hilfsorganisationen eigentlich liegt – und warum sie bislang bei niemandem ankommt. Mit Nicola Baloch (Geschäftsführerin VinziWerke Österreich) und Georg Eichberger (Abteilungsleiter Asyl und Integration der Caritas Steiermark) sprechen wir darüber, warum sie die betroffenen Familien nicht aufnehmen können und wo sie ihre eigenen Grenzen sehen. Mit Eva-Christine Seiler, Abteilungsleiterin für den Fachbereichsleiterin für Sozialarbeit, soziale Dienste und Wohnen im Grazer Sozialamt, sprechen wir über die Zuständigkeit ihrer Abteilung.
Zu einem Teil der Fragen – etwa zu den genauen Umständen der Rückweisung der Familien an den Ort des Angriffs (der in der Nacht von 9. auf 10. Juli stattfand) am 17. Juli, zu den Strafen, die die Familien fürs Nächtigen im Metahofpark erhalten haben, und zu weiteren Themen – wollte sie sich nicht äußern.
Tamara Mandl von der Initiative Leave No One Behind Graz schildert außerdem, wie die Gruppe seit Monaten ehrenamtlich die Versorgung im Park übernimmt – und wo sie an ihre Grenzen stößt.
Am Ende sprechen wir über die aktuelle Lage: Eine klare Zuständigkeit gibt es weiterhin nicht, die Stadt Graz hat inzwischen eine Haushaltssperre verhängt, und der Winter naht.

Fotocredits: Leave No One Behind Graz

Shownotes:
Hier findet ihr das gesamte VON UNTEN im Gespräch Interview mit Leave No One Behind Graz.
Mehr zur Arbeit von Leave No One Behind Graz gibt es auf Instagram.
Tamara Ussners Artikel für Mosaik zur Situation im Metahofpark findet ihr hier.

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