In Syrien verschleppter Journalist Ahmed Polad nun in der Türkei vor Gericht
Am 18. Jänner 2026 wurden die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann und ihr kurdischer Kollege Ahmet Polad in der nordsyrischen Stadt Raqqa von Kräften der islamistisch geprägten syrischen Übergangsregierung verschleppt – sie hatten aus Rojava über die dortige demokratische Selbstverwaltung und die Angriffe der HTS-nahen Truppen berichtet. Während Michelmann im Juni freikam, blieb Polad monatelang in Isolationshaft, laut eigenen Angaben acht Monate lang gefoltert.
Seit 9. September befindet er sich, nach seiner Auslieferung, in der Türkei in Haft.
Im ersten Beitrag sprechen wir mit Baki von Prisoners Voice Platform und der Initiative „Freiheit für Eva und Ahmet“ über den aktuellen Gesundheitszustand von Ahmet Polad und das Gerichtsverfahren, das ihm in der Türkei nun bevor steht.
Bild: Initiative „Freiheit für Eva und Ahmet“
„Sie zweifeln an meinem Verstand, sie halten mich für verrückt.“ – Frauen und Widerstand: Unterdrückte Erinnerungen
Im Rahmen des EU-Projekts „Art of Remembrance“ recherchierte Rebekka Bauer in Paraloup und Cuneo im italienischen Piemont zur Geschichte der jungen Lehrerin Lidia Beccaria Rolfi, die sich 1944 der Resistenza anschloss, denunziert, verhaftet und nach Ravensbrück deportiert wurde. Gemeinsam mit Bildern, Zeichnungen und Tagebuchaufzeichnungen aus dem Privatarchiv der Familie Rolfi entstand daraus das Projekt „Erinnern, Sorge(n) Tragen, Widerstand Leisten“.
Im Gespräch mit Reinhard Braun stellte Rebekka Bauer diese Geschichte der bekanntesten Kärntner Partisanin Helena Kuchar-Jelka gegenüber – und spricht darüber, welche Rolle Frauen im Widerstand spielten, wie Familienarchive zu lebendigen Trägern von Erinnerung werden können und auf welche Widerstände diese Frauen stießen, um Teil der kollektiven Erinnerungskultur zu werden.
Einen Zusammenschnitt der Veranstaltung »Sie zweifeln an meinem Verstand, sie halten mich für verrückt.«
Lidia Beccaria Rolfi, Helena Kuchar-Jelka: Frauen und Widerstand – Unterdrückte Erinnerungen könnt ihr in den nächsten Wochen bei VON UNTEN im Gespräch nachhören.
Veranstaltungshinweise
Eröffnung steirischer herbst ’26
Donnerstag, 24. September, 17 Uhr
Karmeliterplatz, Graz
Die 59. Ausgabe des Festivals für zeitgenössische Kunst startet unter dem Titel „Red Flags“ mit der Eröffnungsrede von Intendantin Ekaterina Degot, anschließend die frei zugängliche Wrestling-Performance „Paradise Lost: Dieser Kampf ist kein Zeichen“ von Julian Warner. Ab 20:30 Uhr geht es in der Helmut-List-Halle mit einer Tanzperformance weiter. Das Festival läuft bis 18. Oktober in Graz und der Steiermark, mit Ausstellungen, Performances und Diskussionen u. a. am Griesplatz.
Infos: steirischerherbst.at
Sommerausklangsfest im K.I.O.S.K.
Freitag, 25. September, 13–22 Uhr
Volksgartenpark, Graz
Jahresabschluss des Anfang 2026 gestarteten Projekts K.I.O.S.K., das mit niederschwelligen Aktivitäten ein solidarisches, gewaltpräventives Zusammenleben im Park fördern soll. Kulinarik, Spiel und Livemusik, freier Eintritt.
Infos: Friedensbüro Graz
Ausstellung: Antirassismus-Fotoprojekt „un:gleich – Realität Rassismus“
12. bis 26. September, Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz
Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine Frage, die viele Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder ihres Namens immer wieder zu hören bekommen: „Woher kommst du wirklich?“ Was für nicht Betroffene oft beiläufig klingt, kann bei Betroffenen verletzen und ausgrenzen. Für das Projekt „un:gleich – Realität Rassismus“ wurden 20 Personen interviewt und fotografiert. Entstanden sind persönliche Geschichten und Porträts, die zeigen, wie unterschiedlich Rassismus erlebt wird und welche Spuren er im Leben von Menschen hinterlässt.
Mehr Infos: Instagram @antirassismus_fotoprojekt
Gedenkveranstaltung für die Opfer der Hexenverfolgung im Lavanttal
Samstag, 26. September, 17 Uhr
Quellenwanderweg Q3, Bad St. Leonhard im Lavanttal (Kärnten)
Gedenken am 2025 eröffneten temporären Monument für die Opfer des Hexenprozesses von 1493, mit Beiträgen u. a. von Adina Camhy, Daniel Gönitzer, Katharina Pressl, Werner M. Thelian und Verena Walzl. Vorstellung des Buches „Nullpunkte der Gewalt. Antisemitismus, Nationalsozialismus und Hexenverfolgung im Lavanttal“.
20 Jahre Achterbahn Steiermark: „Beim Reden kommen die Leut‘ z’samm“
Donnerstag, 1. Oktober, 15–18 Uhr
Café Zapo am Hasnerplatz, Graz
Jubiläumsausgabe der Reihe zu psychischer Gesundheit, organisiert von Achterbahn Steiermark gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Stadt Graz. Infotische psychosozialer Organisationen, Livemusik, Blasrohrschießen und Schätzspiel.
Infos: Achterbahn Steiermark
Geld ist Klasse. Ungleichheit und Überreichtum
Freitag, 23. & Samstag, 24. Oktober, jeweils 19:30–21:10 Uhr
Schauspielhaus Graz
Überreichtum tötet die Demokratie. Überreichtum zerstört soziale Gerechtigkeit. Er vernichtet alle menschlichen Lebensgrundlagen. Denn Überreichtum ist hochkonzentrierte, unkontrollierte Macht. Und er wächst weltweit rasant. Das thematisieren Marlene Engelhorn, Volker Lösch und Marlene Reiter in einem Theaterstück. Eintritt € 16–50 (Pay what you can). Begleitend dazu am 24.10., 14–17 Uhr, das Planspiel „Bling“ von Attac Graz in der Konsole (kostenfrei, Anmeldung erforderlich).
Infos: Schauspielhaus Graz
Anmeldung Planspiel: graz@attac.at






