Fridays for Future Protestcamp in St.Pölten vor dem Landhaus fordert Klimaschutz

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Klima-Protestcamp vor dem Landhaus eröffnet: “Landtagswahl ist Klimawahl”

23.01. – St. Pölten. Fridays For Future startet heute, in der entscheidenden Wahlkampf-Woche, ein Klima-Protestcamp direkt vor dem Landhaus. 

Mehr als 100 Ortschaften in ganz Niederösterreich sind vergangenen Freitag für eine lebenswerte Zukunft aufgestanden und haben bei der Aktion „Dein Ort für die Zukunft” mitgemacht. „Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher haben gezeigt, dass sie für echten Klimaschutz bereit sind und sich von der nächsten Landesregierung wirksame Klimapolitik wünschen. Mit unserem Protestcamp bringen wir den Protest nun dorthin, wo die Klimablockierer:innen Niederösterreichs sitzen – im Landhaus in St. Pölten”, erklärt Marlies Mühlbauer von Fridays For Future Niederösterreich.

Das Protestcamp richtet die Aufmerksamkeit in der finalen Wahlkampfphase auf die Klimakrise, “Die bisherigen Landesregierungen haben in der Klimapolitik versagt, ein Weitermachen wie bisher können wir uns nicht mehr leisten,” sagt Max Nutz von Fridays For Future Niederösterreich und konkretisiert: “In den letzten 30 Jahren wurden die Treibhausgasemissionen nur um 4 Prozent gesenkt (1990-2019). Die nächste Landesregierung muss die gleiche Menge an CO2, die in den letzten 30 Jahren reduziert wurde, ab sofort jedes Jahr schaffen, um die Klimaneutralität 2040 zu erreichen. Mit demr blau-gelben Klimablockadepolitik der letzten Jahre ist das nicht möglich. Wir brauchen dreißigmal mehr Tempo.”

“Wir schlagen bei eisigen Temperaturen vor dem Landtag unsere Zelte auf und möchten die Politiker:innen jeden Tag vor der Wahl daran erinnern: Ihr werdet die letzte Landesregierung sein, die den niederösterreichischen Klimakurs noch in Richtung 1,5 Grad korrigieren kann. Junge Menschen kommen hier zusammen, weil unsere Zukunft nicht verhandelbar ist“, stellt Johanna Frühwald von Fridays For Future Niederösterreich klar und ergänzt: “Jahrzehntelang hat man Klimaschutz als grünes Öko-Projekt gesehen, aber diese Ansicht ist grundlegend falsch. Klimaschutz betrifft uns alle und daher muss jede Partei ein sinnvolles Klimaschutzprogramm vorweisen!”

Adrian Hiss ergänzt abschließend: “Es darf nicht sein, dass es bei einer Wahl im Jahr 2023 noch Wahlprogramme gibt, die nicht klar aufzeigen, wie die riesigen Potenziale für Erneuerbare Energien in Niederösterreich genutzt werden sollen, und die neue Gasbohrungen – egal ob durch Fracking oder konventionell – nicht ausschließen.”

Fridays for Future NÖ Presseaussendung https://fridaysforfuture.at/presse/klima-protestcamp-vor-dem-landhaus-eroffnet-landtagswahl-ist-klimawahl
Traktordemo gegen Straßenprojekte: Bäuern:innen solidarisieren sich mit Protestcamp von Fridays For Future
St. Pölten, am 25.01. – Heute Vormittag sind niederösterreichische Landwirt:innen mit ihren Traktoren am Fridays-For-Future-Protestcamp aufgefahren. Sie sind von den fossilen Straßenbauprojekten S34 (St. Pölten) und der Ostumfahrung (Wiener Neustadt) direkt betroffen. Gemeinsam mit den Klimaaktivist:innen von Fridays For Future NÖ und Klimawissenschaftlerin Prof. Helga Kromp-Kolb setzen sie heute ein klares Zeichen gegen die zunehmende Bodenversiegelung und fehlende Klimapolitik in NÖ.

Zu wenig, zu langsam”

Der neue Bericht des Club of Rome sieht zwei mögliche Zukunftsszenarien: Entweder weitermachen wie bisher “zu wenig, zu langsam“ oder wir schaffen endlich den notwendigen “Riesensprung vorwärts“.  Klimawissenschaftlerin Helga Kromp-Kolb erklärt: “Das erste Szenario ‘Zu wenig, zu langsam’ begleitet uns schon zu lange. Jetzt muss der Riesensprung vorwärts gelingen. Von den 5 notwendigen Kehrtwenden sind zwei für Niederösterreich besonders relevant: Die Energiekehrtwende und die Ernährungskehrtwende. In beiden Fällen betroffen: Die Mobilitätswende. Wichtig dabei ist: Sparsam mit Energie umgehen und das Potenzial erneuerbarer Energien ausschöpfen, und sorgsam mit dem Boden umgehen – quantitativ nicht weiter versiegeln und qualitativ durch ökologische Landwirtschaft gesunden lassen”.

Klima-Protestcamp vor dem Landhaus

Genau aus diesem Grund campieren seit Sonntag Klimaaktivist:innen von Fridays For Future NÖ vor dem Landhaus in St. Pölten. Mit ihrem Protestcamp sorgen sie dafür, dass das entscheidende Thema vor der Wahl nicht zu ignorieren ist. Damit aus „zu wenig, zu langsam“ endlich „schnell und ausreichend“ wird. “Die niederösterreichische Volkspartei hat im Klimaschutz verschlafen. Die Treibhausgasreduktion der letzten 30 Jahre ist mit lächerlichen 4% ein Armutszeugnis. Das braucht es bis 2040 jedes Jahr! Die Emissionen müssen 30 Mal schneller sinken. Ein ‘weiter wie bisher’ ist weder mit dem Pariser Klimaabkommen noch unserer Zukunft vereinbar”, sagt Alina Koller von Fridays For Future Niederösterreich.

Schluss mit fossilen Großprojekten wie S34 und Ostumfahrung 

Das große Klima-Sorgenkind in Niederösterreich ist der Verkehr: “Rund die Hälfte der niederösterreichischen Treibhausgasemissionen kommen aus dem Straßenverkehr. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass wir aufhören, riesige Straßenbauprojekte umzusetzen. Mehr Straßen führen zu mehr Verkehr. Leider ist das bei der ÖVP noch nicht angekommen”, ergänzt Koller. Ähnlich sieht das Hans Gribitz, ein betroffener Landwirt, der im Zuge des Straßenbauprojekts Ostumfahrung in Wiener Neustadt enteignet werden soll: “Natürlich tut es weh, 1.300 m2 Grund zu verlieren. Viel schlimmer ist es jedoch, dass die Ostumfahrung ein Symbol einer veralteten Politik ist. Die Regierung hat die Klimakrise nicht verstanden und will weitermachen wie bisher. Dabei liegen die Fakten der Klimakrise  seit Jahren auf dem Tisch. Es braucht eine Kehrtwende. Daher ist auch für mich die Landtagswahl eine Klimawahl!” Auch Andreas Hieger, betroffener Landwirt des Straßenbauprojekts S34 in St. Pölten, solidarisiert sich mit den Klimaaktivist:innen von Fridays For Future und sagt: “Die S34 würde auf einen Schlag

Unmengen wertvolle Böden für immer versiegeln. Die Bäuer:innen müssten für die S34 enteignet werden – niemand verkauft freiwillig. Wir Landwirt.innen sind auf unsere Felder angewiesen, damit wir die Bevölkerung ernähren können!“

https://fridaysforfuture.at/presse/traktordemo-gegen-strassenprojekte-bauern-innen-solidarisieren-sich-mit-protestcamp-von-fridays-for-future

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