Meldungen 30.08.23

Podcast
VON UNTEN Einzelbeiträge
  • 23_08_30_Nachrichten_Beitrag2
    05:44
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04:27 Min.
Meldungen 28.02.24
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08:02 Min.
Tadzio Müller zu den Bauernprotesten in Deutschland
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Medico International zur humanitären Situation in Gaza
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Tipping Points: Skillsharing für die Zukunft
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FDP und Minister Kocher blockieren EU - Lieferkettengesetz
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Meldungen 21.02.24
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Die Linke in Österreich – Interview mit Robert Foltin
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Wir Fahren Gemeinsam: Klimaaktivist:innen kämpfen für Busfahrer:innen
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Klimaschädliche Werbung – Es geht auch ohne!
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20:27 Min.
„Freiräume in der Stadt können auch von unten erkämpft werden!“ - Druckerei Kollektiv Frankfurt

Tag der Verschwundenen
Am 30. August ist der internationale Tag der Verschwundenen. Amnesty International verlautbarte im Mai, dass allein in Österreich im Jahr 2022 12.000 geflüchtete Kinder verschwunden sind. Hier bitte noch ein Satz dazu, was mit „Verschwundenen“ gemeint ist – gibt vermutlicht einen Grund, warum genau dieser Begriff gebraucht wird, oder? Genau jene die nach einer traumatischen Flucht besonders viel Schutz bräuchten, werden allein gelassen. Mittlerweile gibt es sogar weniger Asylanträge von Minderjährigen als Verschwundene.

https://www.amnesty.at/news-events/verschwunden-aber-nicht-vermisst-wie-in-oesterreich-12000-gefluechtete-kinder-verschwunden-sind/

Saudi Arabien ermordet hunderte bis tausende flüchtende Menschen
Laut einem Bericht von Human Rights Watch, den die NGO Anfang letzter Woche veröffentlichte, haben die Grenzpolizisten Saudi Arabiens zwischen März 2022 und Juni 2023 hunderte und womöglich tausende Menschen erschossen oder schwer verletzt. Überwiegend handelt es sich dabei um Menschen aus dem Jemen. Dort herrscht seit 2021 eine Hungersnot. Weiters sind viele der Opfer Menschen aus Äthiopien und anderen Ländern rund um das Horn von Afrika. Human Rights Watch spricht von einer systematischen Ermordung der Zvilbevölkerung.

https://www.dw.com/de/bericht-von-hrw-tod-an-saudi-arabiens-grenze/a-66599162

Pressemitarbeiterin durch türkische Drohne getötet
Laut dem kurdischen Sender JinTV wurde am 24. August die Pressemitarbeiterin Necmedîn Faysal Hecî in Qamishlo durch einen Angriff mit einer türkischen Drohne ermordet. Die Türkei greift regelmäßig gezielt Pressemitarbeiter:innen und Zivilpersonen in der autonomen kurdischen Region an. Das dafür jedoch Drohnen eingesetzt werden, ist neu. Der Sender JinTV ist ein rein von Frauen produzierter Sender und somit eine Besonderheit der Presselandschaft im Nahen Osten.

Erneuter Waffen- und Sprengstofffund bei Verschwörungstheoretiker:innen
In Kleindiex im Kärntner Bezirk Völkermarkt stellten Behörden am 20. August erneut Sprengstoff und Waffen sicher. Vier Personen sollen dort laut Berichten des Kurier 1,5 kg TNT, 20 Sprengzünder, 8,5 kg Schwarzpulver, 8 Stück Rohrbalken, Stahlkugeln, verschiedene Chemikalien, darunter Salpetersäure und Schwefelsäure, gemeinsam gelagert haben. „Offenbar war die Vorbereitung so weit fortgeschritten, dass ein Handy, dessen Akku als Zündquelle dienen sollte, einsatzfertig bereit lag“, steht im Bericht. Weiters haben die vier Personen zahlreiche Waffen und Kriegsmaterial gehortet. Laut Berichten wollten sich die Angeklagten auf den Weltuntergang vorbereiten.

https://kurier.at/chronik/oesterreich/tnt-kaernten-prozess-messie-haus-rohrbombe/402563264

Gesundheitsdrehscheibe in Graz
Graz bekommt ein neues Angebot, die Gesundheitsdrehscheibe. Die Räumlichkeiten befinden sich in der Annenstraße 28 und sollen soziale und sprachliche Hürden im Gesundheitswesen abbauen. „Die Mitarbeiter:innen helfen beim Zugang zum Medizinsystem, beim Management chronischer Erkrankungen und bei der persönlichen Gesundheitsvorsorge“, heißt es in einer Aussendung von Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer. Das Angebot soll Mitte September starten. Bei multiplen Problemlagen könne man Klienten vier bis sechs Monate unterstützen und auch Physiotherapie oder Psychotherapie anbieten, wie Christoph Pammer, der Leiter der Gesundheitsdrehscheibe weiter ausführt. Die Angebote, die von persönlicher Beratung über Therapiestunden bis zu breiten Informationsveranstaltungen reichen, sind kostenlos und können ohne Vorlage einer E-Card erfolgen, berichtet der ORF.

https://steiermark.orf.at/stories/3221353/

Land Steiermark will Ausbau der A9 zwischen Leibnitz und Graz
Das Land Steiermark hat eine Studie zum Ausbau der A9 zwischen Graz und Leibnitz veröffentlicht. Darin wird der Ausbau als alternativlos betrachtet und er solle nicht auf Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel gehen. Welche öffentlichen Verkehrsmittel eigentlich? Die Steiermark liegt im Ausbau der S-Bahn weit hinter den anderen Bundesländern zurück, obwohl das Bundeministerium für Verkehr in den letzten Jahren mehrmals mit Fördermöglichkeiten an die Steiermark herangetreten ist. Weiters ist es bereits seit über zehn Jahren gängiger Konsens unter Verkehrsplaner:innen, dass ein Ausbau der Straßeninfrastruktur nicht zur Bewältigung von Staus nutzt, sondern die Bereitstellung von anderen Verkehrsmitteln. Außerdem kurios: Die Experten der Studie waren auch schon bei den Plänen zur Grazer U-Bahn beteiligt, die von vielen unabhängigen Verkehrsplanungsbüros, wie dem rennomierten Büro Hüsler aus der Schweiz als völlig nutzlos für eine Verkehrswende eingestuft wurde. So schreibt auch der Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der TU Wien: „Der klassische „predict & provide“-Ansatz mit extrapolierten Verkehrsprognosen und dem Bau von Straßen, um der prognostizierten Nachfrage entgegenzukommen, ist längst nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen sollte eine zielorientierte, multimodale Angebotsplanung erfolgen.“

FPÖ-Jugend verbreitet Hetzvideo
Die FPÖ-Jugend verbreitet ein Video in klassischem Neonazi-Propaganda-Stil. Darin ruft sie unter anderem nach einem Bild von einem gezückten Messer dazu auf, sich zu wehren und markiert Einzelpersonen aus Medienlandschaft, Wissenschaft und Politik. Diese interpretieren das als eine Drohung.
Die Organisation? Presseservice Wien hat durch ihre Fotodokumentation mehrmals bewiesen, dass die FPÖ-Jugend in Wien starke Überschneidungen mit der neofaschistischen Identitären Bewegung hat.

Große Welle an Solidarität nach sexuellem Übergriff im spanischen Frauenfußball
Nachdem Spanien den Weltmeistertitel im Frauenfußball bekommen hat, löste ein sexueller Übergriff von Verbandschef Luis Rubiales gegenüber einer Spielerin weltweit Empörung aus. Er küsste sie ungefragt auf den Mund und weigert sich seither sich zu entschuldigen oder zurückzutreten. Inzwischen sind nicht nur zahlreiche Nationalspieler:innen Spaniens in Streik getreten, auch einzelne Spieler im Männerfußball streiken und zahlreiche Mannschaften haben sich offen mit der Spielerin Jennifer Hermoso solidarisiert.
Sexismus und sexualisierte Übergriff im Sport bleiben weiterhin große und systemische Probleme in allen Disziplinen.

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