Vor uns liegt der Sammelband „Vererbtes Schweigen, verdrängte Erinnerung“ mit dem Untertitel „Velden unterm Hakenkreuz 1938 bis 1945„, erschienen 2021 im Hermagoras Verlag. Herausgeber der 367 Seiten starken Publikation sind Werner Koroschitz und Michael Koschat, der in der Sendung beispielhafte Einblicke in das Werk gibt. Im Zentrum des Sammelbandes stehen die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt und eine Analyse des NS-Terrorapparats in der Marktgemeinde Velden am Wörthersee. Zu den Opfergruppen zählen neben den deportierten slowenischen Familien der Gemeinde auch die verfolgten, entrechteten und enteigneten jüdischen Bürger*innen, Widerstandskämpfer*innen, Zeug*innen Jehovas oder die Opfer der „Euthanasie-Morde“. Dr. Koschat spricht die Schattenseiten des Erinnerns an, erläutert konkrete Opfergeschichten – etwa die Enteignung jüdischer Besitztümer. Neben blinden Flecken der Topografie des NS Terrors werden auch Täterbiografien angesprochen. Das Gesamtwerk sei, so der Autor als „alternative Heimatchronik“ zu verstehen.
Kurzbiografie:
Michael Koschat, Dr. phil., wurde 1962 in Klagenfurt geboren, studierte in Wien Geschichte/Sozialkunde und Romanistik (Italienisch). Promotion mit einer mehrbändigen Dissertation zur Geschichte der italienischen „Partisanenrepubliken“ 1944. Mehrere Jahre in der Erwachsenenbildung und seit 1992 als AHS-Lehrer in Spittal/Drau tätig. Zahlreiche Publikationen in mehreren Sprachen zur Zeitgeschichte Kärntens, Friauls und Sloweniens. Forschungsschwerpunkte: Widerstand und Verfolgung im Alpen-Adria-Raum, britische Militärmissionen (Mission „Clowder“), Kosaken, Erinnerungskultur. Er lebt in St. Jakob/Rosental. Quellenhinweis:https://www.mohorjeva.com/knjige_buecher/autor_detail/michael-koscha
Weiterführende Informationen:
Museum für Alltagsgeschichte Köstenberg/Kostanje Drabosnjakov Dom, 2,Pfarrleitnweg / 9231 Velden am Wörthersee.
Interview und Gestaltung: Heinz Pichler











