Bauen im Bestand: Wohnen in der Maschinenhalle wie der „Wolf im Schafspelz“

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Diesmal widmen wir uns einem Projekt kurz hinter der Landesgrenze von Salzburg im kleinen Ort Lengau in Oberösterreich. Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit ehemaliger Viehhaltung ist der Ausgangspunkt. Sohn Thomas möchte mit seiner Partnerin Anna zurück auf den Hof ziehen. Der ursprüngliche Wunsch nach einem freistehenden Einfamilienhaus musste jedoch noch gedacht werden und gelang schlussendlich, ohne weiteren Boden zu versiegeln. Das Haus wurde nämlich in eine bestehende Maschinenhalle hineingebaut. Die Halle im Grünland bildet die Hülle, das Schaf. Die Nutzung im Inneren steht im Widerspruch zur Hülle. Sie entspricht einem Bedürfnis von Geborgenheit. Sie ist der Wolf.

Das Haus-im-Haus-Konzept von den Architekten Melanie Karbasch und Volker Wortmeyer wird als Holzriegelbau umgesetzt. Eine Durchfahrt, angelehnt an die Idee der Tenne, trennt die Maschinenhalle vom Wohnteil ab. Die Doppelgarage ist ebenfalls in der Halle integriert. Reduziert und schlicht lässt sich die neue Nutzung nur durch die Öffnungen an der Stirnseite und durch einen Terrassenanbau ablesen. Der Blick auf die umliegenden Ackerflächen bleibt unverstellt und frei.

Die Jury zum OÖ. Holzbaupreis 2022 sieht bei diesem Projekt, „alle Kritikpunkte der Einfamilienhausproblematik, von der Raumordnung bis zum Umgang mit dem Landschaftsbild, exemplarisch aufgearbeitet. Das Ergebnis ist mehr als überzeugend.“

👉 Zu Gast im Studio der Radiofabrik: Melanie Karbasch, Architektin, sowie Vitus Lenz, Baureferent der Landwirtschaftskammer OÖ.

👉 Themen: Wie kam es zu diesem Projekt? Wie gelang die Umsetzung? Warum ist der Wunsch nach einem EFH im Grünen ungebrochen hoch in Österreich? Wie sollte man zukünftig mit Leerständen oder zu großen Objekten in der Landwirtschaft umgehen? Das Projekt „Wolf im Schafspelz“ ist dabei keine Standardlösung. Es zeigt viel mehr, dass mit neuen Ideen und Kreativität einer weiteren Flächenversiegelung entgegengewirkt werden kann. Bauherr Thomas und vor allem seine Lebensgefährtin Anna haben sich auf den Prozess des Umdenkens eingelassen, denn die Idee, in einer Maschinenhalle zu wohnen, hat am Anfang schon schockiert. Heute sind beide glücklich und empfinden ihr Haus ganz auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten.

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