Millionen junger Menschen sahen täglich die Bilder von Bomben verstümmelter Kinder in Gaza auf ihren Handybildschirmen. Fast jeden Morgen hören wir in den Nachrichten die Berichte über durch den Bombenterror Russlands getöteter Menschen in der Ukraine. Hypertropher, parasitärer Reichtum wird von destruktiven Finanzkrisen begleitet, während Klima- und Umweltziele unter die Räder geraten.
Vielen erscheint die Verkündigung einer humanen Zukunft ob dieser Erfahrungen als bloße Makulatur.
Viele, gerade auch junge Menschen, engagieren sich dennoch: für Frieden, für Klimagerechtigkeit, für das Recht aller Menschen auf ein Leben in Würde.
Unter besseren Umständen werden sie dabei von ZynikerInnen mild belächelt. Doch der Zynismus kippt rasch in offene Repression, wenn das Engagement wirkmächtig wird. Mit dem Lächeln ist es dann vorbei. Aus der von den ZynikerInnen attestierten Realitätsferne der AktivistInnen wird dann rasch die Notwendigkeit, sie aus der Realität physisch zu entfernen.
Gibt es für unser Engagement, unsere Sehnsucht nach Freiheit und Geborgenheit ein Fundament –ein materielles Fundament? Oder ist es bloß eine Entäußerung aus der Tiefe unserer Geworfenheit in psychische und soziale Umstände? Ist unsere Zuversicht materiell fassbar und begreifbar? Oder bleibt als Erklärung einzig eine transzendente Verkündigung?
Bevor wir uns vergewissern, müssen wir uns offenkundig verunsichern. Die Fragen, die sich dabei aufdrängen, sind wahrlich nicht neu. Sie begleiten die Menschen von Anbeginn ihres Seins:
Ist die Welt gestaltbar? Oder sind wir dazu verdammt, dass jede von uns geschaffene Gestalt uns am Ende fremd und feindlich gegenübertritt?
Ist die Welt erkennbar? Oder ist jede Erkenntnis bloß ein Phantasma unseres psychischen Apparats?









