Das erste NEUROBUNT Festival in Graz
Autismus und ADHS werden noch immer oft mit Klischees und Vorurteilen verbunden – besonders bei Erwachsenen, die ihre Diagnose erst spät erhalten. Genau hier setzt das NEUROBUNT Festival in Graz an. Am 30. und 31. Mai findet im Lendhafen das erste mehrtägige Festival Österreichs statt, das vollständig von Menschen aus dem Autismus- und ADHS-Spektrum selbst organisiert wird. Veranstaltet wird es vom Verein ACT AUT.
Der erste Festivaltag ist als Community-Tag ausschließlich für neurodivergente Erwachsene gedacht – mit Workshops, „Neurodivergentem Speed-Friending“, Gesprächsrunden zu Psychotherapie und Angeboten rund um Körperwahrnehmung, Grenzen und sogenanntes „Unmasking“. Am zweiten Tag öffnet sich das Festival für die breite Öffentlichkeit. Auf dem Programm stehen Vorträge über Autismus und ADHS im Erwachsenenalter, eine Filmvorführung sowie eine Podiumsdiskussion. Ergänzt wird das Festival durch Ruheräume und sensorisch barrierearme Angebote.
Im Gespräch mit Rina von ACT AUT geht es um Vorurteile gegenüber neurodivergenten Menschen, um die Bedeutung später Diagnosen – und um die Frage, warum viele Betroffene in Schule, Arbeitswelt und Gesundheitssystem noch immer auf große Hürden stoßen.
Enteignungen mit Hilfe der Beneš-Dekrete in der Slowakei
Heute vor 81 Jahren, am 19. Mai 1945, erließ der tschechoslowakische Staatspräsident Edvard Beneš das erste seiner berüchtigten Dekrete. Sie bildeten die Rechtsgrundlage für die entschädigungslose Enteignung und Vertreibung der deutschen und ungarischen Minderheiten in der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg – auf Basis kollektiver Schuldzuschreibung.
Was damals als Nachkriegsmaßnahme galt, wirkt bis heute fort. In der Slowakei werden noch immer entschädigungslose Enteignungen auf Basis ethnischer Zugehörigkeit praktiziert – insbesondere gegenüber der ungarischen Minderheit. Der staatliche Bodenfonds nutzte die Dekrete nachweislich zur Enteignung von Angehörigen der ungarischen Minderheit, unter anderem beim Bau einer Autobahn rund um Bratislava.
Unter Ministerpräsident Robert Fico hat diese Praxis eine neue Dimension bekommen: Im Dezember 2025 verabschiedete das slowakische Parlament ein Gesetz, das Kritik an den Beneš-Dekreten unter Strafe stellt – bis zu sechs Monate Haft drohen. Im Jänner 2026 diskutierte das Europäische Parlament erstmals im Plenum über die Beneš-Dekrete.
Der Beitrag wurde von Radio Corax aus Halle produziert.
Veranstaltungshinweise:
Workshop: Pflanzenkohle und Kompost Wie macht man richtig gute Erde für den Gemüsegarten?
Gerald Dunst (Sonnenerde) zeigt in Theorie und Praxis, wie Kompostierung funktioniert und wie man beim Gärtnern CO2 im Boden fixiert. Im Praxisteil wird gemeinsam ein Komposthaufen aufgesetzt. Wann: Freitag, 22. Mai, 14–17 Uhr Ort: Community Park Eggenberg, gegenüber Bergstraße 50, 8020 Graz Eintritt frei.
Anmeldung unter office@urbanes-gaertnern.at
Gemeinschaftsgarten-Tage Graz
Ende Mai öffnen die Grazer Gemeinschaftsgärten ihre Tore – mit Führungen, Workshops und gemeinsamen Aktivitäten rund um urbane Gartenkultur, Vielfalt und nachhaltige Lebensmittelproduktion. Wann: 29.–31. Mai 2026 Programm folgt in Kürze.
Planet Soil – Filmabend
Der Dokumentarfilm „Planet Soil» taucht ein in die Welt unter unseren Füßen. Präsentiert von Crossroads, Geco Festival und Bio Austria. Davor Vortrag und Markt der Möglichkeiten mit Essen und Getränken. 17:00 Einlass | 17:30 Vortrag „Zwischen Feld und Teller» (Matthias Schweitzer, TU Graz) | 18:30 Markt der Möglichkeiten | 19:30 Film Wann: Sonntag, 1. Juni, ab 17 Uhr Ort: Bernhardin-Saal, Franziskanerkloster Graz
Eintritt frei.
Solidaritätswanderung zu den Lagern Bürglkopf und Lamm8
In den Asylunterkünften Bürglkopf (Tirol) und Lamm8 (Kärnten) leben Menschen unter isolierten und menschenunwürdigen Bedingungen. Die Initiativen „Bürglkopf schließen» und „Lamm8 schließen» rufen zur Solidaritätswanderung auf – um mit den Bewohner:innen in Kontakt zu treten und auf die Missstände aufmerksam zu machen. Oben gibt es Getränke und Snacks, für die Rückfahrt wird ein Shuttle organisiert.
Wegzeit: ca. 2 Std. nach Bürglkopf, ca. 3,5 Std. nach Lamm8. Wann: Samstag, 13. Juni Mehr Infos und Anmeldung über WhatsApp – Links auf Anfrage oder unter den jeweiligen Gruppen der Initiativen.
Doron Rabinovici: Lesung und Gespräch
„Jüdisches Leben nach dem Siebenten Oktober» – der Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici liest aus seinem Essay über die Auswirkungen der Massaker vom 7. Oktober 2023 auf Jüdinnen und Juden weltweit. Im Anschluss Gespräch.
Wann: Mittwoch, 10. Juni, 19 Uhr Ort: KULTUM [imCubus], Mariahilferplatz 3, 8020 Graz









