Volkmar Mühleis ist Autor, Musiker, Philosoph und, wie sein jüngstes Buch enthüllt, ein liebevoller Katzenfreund. De anima lautet auch der lateinische Titel einer zentralen Schrift des Aristoteles, in der er die Seele als gemeinsames Merkmal aller Lebewesen benennt und ihnen folgerichtig zuspricht, gleich ob Tier, Pflanze oder Mensch. Das führt unter anderem zu Fragen der philosophischen Psychologie, der Erkenntnistheorie und der Handlungstheorie. Von den drei Büchern des Textes gingen grundlegende Diskurse aus, die uns vielfach noch heute beschäftigen.
Mühleis greift den, oder besser die Gedanken auf, folgt ihnen kreuz und quer durch die Kulturgeschichte, kommt bei Cixous, Derrida und vielen anderen vorbei, um schließlich immer wieder bei sich selbst zu landen. Bei sich und seiner Katze, gleichzeitig Subjekt, Verbündete und Konterpart seiner Betrachtungen. Eine hochentwickelte Fertigkeit, sich in Letztere zu versenken, zählt unbestreitbar zu den Gemeinsamkeiten beider. Es gibt Verständnis, Un- und Missverständnis, der Mensch tut sich trotz großen Bemühens oft schwer beim Unterscheiden. Die Katze wiederum übt sich in Gleichmut, solange ihre Interessen nicht bedroht sind. Es geht um Fragen der Verwandtschaft sowie der Differenzen, um Besitzverhältnisse, Hingabe und Entzug. Nicht zuletzt auch um Formen und Mittel der Kommunikation, sprachlicher wie sprachloser. Und um viele Rätsel.
Website Volkmar Mühleis
Website Passagen Verlag De Anima
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