#21: 400 Jahre Bauernkrieg: Erinnern-Verstehen-Gedenken

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communale oö 2026
  • 20260814_Sandgruber_Bauernkriege
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Vor 400 Jahren geriet Oberösterreich in einen Aufstand, der das Land erschütterte. Bauern erhoben sich gegen ihre Obrigkeit – aus sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Gründen. Was folgte, war ein Krieg mit großer Gewalt: mit Gefallenen, Menschen auf der Flucht, Hinrichtungen und Strafgerichten. Und mit einer Erinnerung, die bis heute nachwirkt. Am 14. August war dieser Bauernkrieg Thema eines Vortragsabends im FORUM Neuhofen. Anlass und Ausgangspunkt für diesen Abend waren die Ereignisse rund um Neuhofen und Schloss Gschwendt, wo es am 17. August 1626 zu einem blutigen Gefecht kam.

Damals rückte Obrist Löbl mit kaiserlichen Truppen in Neuhofen ein – zu Fuß und zu Pferd, mit mehr als 1.600 Mann und rund 500 Berittenen. In der Nähe des Schlosses kam es zum Aufeinandertreffen mit den aufständischen Bauern. Rund 200 von ihnen sollen bei diesem Gefecht ums Leben gekommen sein.

Um an dieses Ereignis zu erinnern, lud die Marktgemeinde Neuhofen gemeinsam mit dem Lions Club zu einem Vortrag mit dem Historiker Dr. Roman Sandgruber. Er leitete bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2015 das Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Johannes Kepler Universität Linz. In seinem Vortrag ordnet er die Aufstände zunächst zeitlich ein und macht deutlich, welche Dimension diese Auseinandersetzungen hatten.

Die Zahl der Toten war enorm: Schätzungen gehen davon aus, dass rund fünf Prozent der damaligen Bevölkerung im Zuge der Kämpfe und ihrer Folgen ums Leben kamen. Archäologische Funde aus Lambach geben davon bis heute Zeugnis. Beim Bau des Kraftwerks (in den 1990er Jahren) wurden die Überreste von rund hundert Menschen entdeckt – viele von ihnen auffallend jung.

Ausgehend vom Auslöser des Aufstands in Lembach zeichnet Sandgruber die Ausbreitung und den weiteren Verlauf des Bauernkriegs nach, der von Mai bis November 1626 dauerte.

Doch der Vortrag endet nicht mit dem Jahr 1626. Denn 400 Jahre Bauernkrieg bedeuten auch 400 Jahre Erinnerung. Wie wurde und wird an diesen Aufstand erinnert? Wie wurde er politisch vereinnahmt und instrumentalisiert – von unterschiedlichen politischen Lagern und zu unterschiedlichen Zeiten? Und schließlich die vielleicht wichtigste Frage: Was können wir heute aus diesem historischen Geschehen lernen?

Auch in Neuhofen an der Krems gibt es einen konkreten Ort dieser Erinnerung. 1976 wurde vor Schloss Gschwend eine Gedenksäule errichtet. Eine Kugel an ihrer Spitze erinnert an eine Kanonenkugel – und damit an die Gewalt, die sich hier vor vier Jahrhunderten entladen hat.

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