Landesweite Razzien gegen queere Community in der Türkei
Queere Menschen in der Türkei stehen aktuell unter massivem Druck: Bei einer Razzia in 15 Provinzen wurden bislang fast 50 Menschen festgenommen – gesucht wird aber nach rund 160 Personen. Die Vorwürfe lauten mutmaßlich auf „Obszönität” und „Prostitution”. Gleichzeitig werden Webseiten und Social-Media-Accounts von LGBTIQ+ Organisationen gesperrt.
Wir haben mit Ipek Yüksek gesprochen. Sie ist bei Lila Solidarität – auf Türkisch Mor Dayanışma – organisiert und war selbst Teil der queer-feministischen Community in der Türkei, bevor sie nach Graz kam. Im Gespräch erzählt sie uns, wie sie Repression, Überwachung und Kriminalisierung gegen LGBTIQ+ Personen in der Türkei erfahren hat, bevor sie das Land verlassen hat, und was sich in den letzten Jahren konkret verändert hat – von Pride-Verboten bis zu wachsender Überwachung und Kriminalisierung. Sie erzählt uns außerdem, was sie über die aktuelle Repressionswelle weiß und wie sie davon erfahren hat, wie die juristische Konstruktion hinter den Vorwürfen einzuordnen ist und was die Sperrung von Webseiten und Accounts für die betroffenen Organisationen und Aktivist:innen vor Ort bedeutet. Sie hat noch direkten Kontakt zu Menschen, die von den Razzien betroffen sind, und berichtet uns, wie es ihnen geht.
Zum Schluss sprechen wir darüber, was es jetzt an internationaler Solidarität braucht, was die queere Community hier in Österreich konkret tun kann – und was sich Ipek Yüksek von Politik und Öffentlichkeit in Österreich wünscht, wenn es um die Situation in der Türkei geht.





