Cornell Universität im Bundesstaat New York, USA: Vergewaltigungsfall wird neu aufgerollt
Triggerwarnung, in der ersten Meldung sprechen wir über sexualisierte Gewalt.
Der Fall einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell wird neu aufgerollt, berichtet die tagesschau. Eine ehemalige Studentin wirft in ihrer Klage mehreren Männern vor, sie vor rund zwei Jahren im Haus einer Studentenverbindung unter Alkohol und härteren Drogen stundenlang missbraucht zu haben, sie wurde dazu gedrängt Substanzen zu konsumieren, die ihr als Kokain angeboten wurden, jedoch eine sedierende Wirkung hatten. Per Gruppenchat seien 57 Männer eingeladen worden, mitzumachen. Der Bezirksstaatsanwalt hatte damals keine Anklage erhoben und sich nach eigenen Angaben nur auf Berichte der Campus-Polizei gestützt, eine eigene Untersuchung gab es nicht. Cornell weist den Vorwurf zu milder Strafen zurück, einige der mutmaßlichen Vergewaltiger mussten als Strafe einen Aufsatz über den Vorfall schreiben. Der Anwalt eines Beschuldigten bestreitet die Tat. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez wirft der Universität vor, die Männer geschützt zu haben. Laut jüngsten Berichten wurde das Opfer nun mit Gewalt bedroht, falls sie die Anzeige nicht zurück zieht.
Jemen: Jedes vierte Kind mangelernährt
Im Jemen ist laut UNICEF mehr als jedes vierte untersuchte Kind akut mangelernährt, berichtet die Zeitschrift nd – neues deutschland. UNICEF-Vertreter Akhil Iyer sagte in Genf, mobile Teams hätten in zugänglichen Gebieten fast 2.900 Kinder untersucht, rund 200 davon in der schwersten Kategorie. Die Zahl ist keine landesweite Quote. Für 2026 erwartet UNICEF 2,2 Millionen akut mangelernährte Kinder unter fünf Jahren. Seit Anfang September wurden laut UNHCR mindestens 130.000 Menschen vertrieben, 71.000 davon Kinder, besonders rund um Taizz. Die Kämpfe zwischen der saudisch gestützten Koalition und den Huthi erschweren den Zugang zu Gesundheitszentren. Save the Children zufolge ist der humanitäre Plan nur zu 20 Prozent finanziert. Saudi-Arabien kündigt harte Reaktionen an, die Kriegsparteien zeigen laut nd wenig Interesse an der Lage der Zivilbevölkerung.
Barcelona: Zehntausende gegen Wohnungsnot
Zehntausende Menschen haben in Barcelona gegen die Wohnungsnot demonstriert, berichtet die ZEIT. Die Angaben gehen weit auseinander: Die Behörden zählten 20.000 Teilnehmende, die Organisator:innen sprechen von 120.000. Das Sindicat de Llogateres, eine Mieter:innengewerkschaft, hatte die Kundgebung organisiert. Sie blieb weitgehend friedlich, gegen Ende brannten Container, die Polizei nahm laut Medienberichten mehrere Jugendliche fest. Ministerpräsident Pedro Sánchez, der im Parlament keine Mehrheit mehr hat, hatte nach dem Scheitern zweier Dekrete gegen die Wohnungsnot Neuwahlen für 29. November angekündigt. Auslöser der Proteste war die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid. Dort gingen laut Veranstalter:innen allein eine halbe Million Menschen auf die Straße, mobilisiert wurde in über 50 Städten landesweit.
Sachsen-Anhalt: Erster AfD-Landtagspräsident
In Sachsen-Anhalt steht erstmals ein AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Landtags. Der 35-jährige Tobias Rausch wurde laut STANDARD klarer als erwartet zum Landtagspräsidenten gewählt, vier Abgeordnete mehr als erwartet stimmten für ihn, wer genau bleibt jedoch unklar, die Vermutung ist, dass sie aus der CDU stammen. Zum Vize wurde Tillschneider gewählt, den der STANDARD als „Vordenker“ der Partei beschreibt. Er war im Wahlkampf mit einer Tasse der russischen Armee aufgefallen. Vor dem Landtag protestierten Menschen lautstark gegen die AfD. Die Wahl ist eine Zäsur: Eine rechtsextreme Partei, dessen Mitglieder wie Björn Höcke gerichtlich bestätigt als Faschisten bezeichnet werden dürfen, besetzt nun eines der höchsten Parlamentsämter Deutschlands. Laut Bundeszentrale für politische Bildung plant sie eine ‚Abschiebe- und Remigrationsoffensive‘, will die Schulpflicht durch eine ‚Bildungspflicht‘ ersetzen und strebt eine Alleinregierung an.
Hall in Tirol: Freispruch nach Schweinekopf
Nach einem Schweinekopf mit rassistischer Botschaft vor der Wohnungstür einer türkischstämmigen Familie in Hall in Tirol ist ein 27-Jähriger am Bezirksgericht vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen worden, berichtet der ORF Tirol. Auf einem Zettel stand laut ORF „Happy Ramadan ihr Affen“. Der Mann und sein Anwalt bestreiten ein islamfeindliches Motiv und sprechen von einem langjährigen Nachbarschaftsstreit, zudem sei er alkoholisiert gewesen. Das Gericht begründete den Freispruch damit, dass nicht feststellbar war, ob die Beleidigung für mehrere Personen wahrnehmbar war. Das ist aber Voraussetzung für die Strafbarkeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft hat drei Tage Zeit für ein Rechtsmittel. Der Fall hatte im März große Empörung ausgelöst, der Bürgermeister hatte 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt.
Wien: Babler tritt schrittweise ab
SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler zieht sich schrittweise aus beiden Ämtern zurück, bleibt aber Minister. Das kündigte er laut dpa am Sonntagabend nach einer mehrstündigen Aussprache der Parteispitze an, als Zeitpunkt nannte er laut ORF Anfang nächsten Jahres. Hintergrund sind wochenlange Personaldebatten und schwache Umfragewerte, die ihn parteiintern zunehmend unter Druck gesetzt hatten. Beschleunigt hatte die Debatte der Medienmanager Gerhard Zeiler, der seinen Anspruch auf den Vorsitz über die „Kronen Zeitung“ angemeldet hatte. Er soll laut ORF die Partei nicht übernehmen. Wer folgt, ist laut dpa offen.
Steyr: Journalist bei rechter Demo festgenommen
Der freie Journalist Michael Bonvalot („stand.punkt“) ist am Sonntag in Steyr von der Polizei festgenommen worden, als er über einen Aufmarsch der „rechten Verschwörungsszene“ berichten wollte, schreibt der STANDARD (APA). Laut Bonvalot wurde er von Teilnehmenden bedrängt, die Polizei habe ihn wegweisen wollen, weil sich der Versammlungsleiter gestört fühle. Er saß mehrere Stunden in einer Zelle, eine Vernehmung gab es nicht, er plant rechtliche Schritte. Die Polizei nennt „Störung der öffentlichen Ordnung“ und spricht von mehrfach missachteter Abmahnung, zudem „dürfte“ es eine Tätlichkeit gegen den Versammlungsleiter gegeben haben, was Bonvalot bestreitet. Das Verwaltungsrecht unterscheide nicht zwischen Journalisten und anderen. Dass ein Journalist bei einer Versammlung festgesetzt wird, über die er berichten wollte, wirft Fragen zur Pressefreiheit auf. Bonvalot, gegen den 2023 schwere Vorwürfe sexualisierter Gewalt öffentlich erhoben wurden, die er zurückweist, berichtet nun wieder öffentlich über Demonstrationen.
Steiermark: Förderungen steigen, Kultur wartet
Das Land Steiermark hat 2025 laut Kleiner Zeitung 1,3 Milliarden Euro an Förderungen ausgezahlt, um 98,5 Millionen mehr als im Vorjahr, rund 30 Millionen gingen an Parteien. Die Zahl der Förderfälle stieg auf 219.373 im Vergleich von 207.493 im Jahr davor. Die Einschnitte im Budget erfolgten laut Kleiner erst in der zweiten Jahreshälfte. Zugleich lag die Neuverschuldung laut Rechnungsabschluss-Entwurf bei 764,6 Millionen Euro, 723 Millionen im Jahr 2024. Die Parteien erhielten damit mehr als das Doppelte des für 2025 veranschlagten Kulturförderungsbudgets von 12,85 Millionen. Laut IG Kultur bleiben davon nach Abzügen im besten Fall rund zehn Millionen. Das Aufsteirern hat allein 600.000 Euro erhalten.




