#30: Freistadt und der Oberösterreichische Bauernkrieg von 1626

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Im Oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626 spielte Freistadt eine bedeutende Rolle. Als befestigte Grenzstadt und wichtiger Handelsort war die Stadt von strategischer Bedeutung und geriet mitten in die Auseinandersetzungen zwischen den aufständischen Bauern und der landesfürstlichen Obrigkeit.

Zunächst leistete Freistadt Widerstand. Am 1. Juli 1626 gelang es den aufständischen Bauern jedoch, die Stadt einzunehmen. Sie plünderten Freistadt und besetzten das Schloss. Erst Mitte August gelang es den kaiserlichen Truppen, die Stadt zurückzuerobern.

Auch in der Umgebung Freistadts kam es zu heftigen Kämpfen. Schauplätze waren unter anderem der Miesenwald bei Schenkenfelden und das Gebiet um Kerschbaum nördlich der Stadt, wo von hohen Verlusten unter den aufständischen Bauern berichtet wird.

Wie sich die Ereignisse in Freistadt damals abgespielt haben, lässt sich anhand zeitgenössischer Aufzeichnungen nachvollziehen. Der Freistädter Stadtschreiber Johann Neurattinger hielt die Geschehnisse in einem ausführlichen Tagebuch fest. Gemeinsam mit den Berichten des katholischen Paters David Corner zählen seine Aufzeichnungen zu den wichtigen Quellen für die Erforschung des Oberösterreichischen Bauernkriegs.

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass beide Berichte aus einer bestimmten Perspektive entstanden sind. Sie geben die Wahrnehmung und Bewertung ihrer Verfasser wieder und können daher nicht als neutrale Darstellungen der Ereignisse gelesen werden.

Am 11. September 2026 begab sich die Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich auf eine Landeskundefahrt zu den Schauplätzen des Bauernkriegs in Freistadt und Umgebung. Vom historischen Stadtkern führte die Fahrt zu weiteren Orten des damaligen Geschehens, zum Miesenwald bei Schenkenfelden, zum Schloss Waldenfels in Reichenthal und schließlich zu den Kerschbaumer Schanzen.

In diesem Beitrag sprechen über die Schauplätze des Bauernkriegs in Freistadt:

  • Fritz Fellner, Freistädter Stadthistoriker und ehemaliger Leiter des Mühlviertler Schlossmuseums Freistadt
  • Maria Fellner, Kirchenführerin
  • Rudolf Wizani, Stadtführer, Nachtwächter und ehrenamtlicher Mitarbeiter des Schlossmuseums Freistadt
  • Bettina Stütz, Historikerin und Kustodin des Mühlviertler Schlossmuseums Freistadt

Der akustische Rundgang führt uns zu historischen Orten innerhalb der Stadt: von der Liebfrauenkirche über das Böhmertor entlang des Frauenteichs und über den Übergang des Stadtgrabens zum Scheiblingturm. Von dort geht es zurück, durch die Heiligengeistgasse und über den Hauptplatz bis ins Mühlviertler Schlossmuseum.

So werden die historischen Ereignisse an jenen Orten nachvollziehbar, an denen die Geschichte Freistadts bis heute sichtbar geblieben ist.

Links:

Schlossmuseum Freistadt
Band 22 (Neuerscheinung 2026): „Bauernrebellion 1626 – Freistadt-Mühlviertel-Südböhmen“
Österreichische Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege OÖ 

 

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