In dieser Folge von GESPRÄCHSFUNKEN – Facetten vieler Leben spricht Tobi Obermanns über seine Kindheit im Kinderheim, das Aufwachsen ohne familiäre Geborgenheit und seinen Weg in ein selbstbestimmtes Leben.
Mit fünf Jahren wird er vom Jugendamt aus dem Kindergarten abgeholt. Alkohol und Gewalt prägen sein Elternhaus. Die folgenden neun Jahre verbringt er im Kinderheim, später in einer Jugendwohngruppe. Immer wieder erlebt er, wie andere Menschen über seine Zukunft entscheiden und ihm vermitteln, dass aus ihm ohnehin nichts werden würde.
Doch Tobi möchte sich nicht auf seine Herkunft reduzieren lassen. „Ihr werdet schon sehen!“ wird zu seinem inneren Antrieb. Fußball gibt ihm Halt, Freundschaften begleiten ihn und der Glaube an sich selbst hilft ihm, auch schwierige Zeiten zu überstehen.
Wir sprechen über Vorurteile gegenüber Heimkindern, fehlende Geborgenheit, Selbstvertrauen und die langfristigen Auswirkungen belastender Kindheitserfahrungen. Über seine Rückkehr ins ehemalige Kinderheim, die Einsicht in seine Jugendhilfeakten und die schwierige, aber auch versöhnliche Beziehung zu seinen Eltern.
Heute lebt Tobi mit seiner Frau und zwei Bonuskindern und hat im bewussten Atmen nicht nur einen persönlichen Zugang zu seiner Vergangenheit, sondern auch seine berufliche Erfüllung gefunden.
Seine Geschichte zeigt, wie sehr uns unsere Kindheit prägen kann, ohne zwangsläufig unsere Zukunft bestimmen zu müssen. Und sie wirft eine wichtige Frage auf: Warum werden Kindern, die ohnehin schon so viel erlebt haben, oft weniger Chancen zugetraut als anderen?
Tobis Botschaft: Auch wenn andere nicht an dich glauben, darfst du an dich selbst glauben. Und deinen eigenen Weg gehen.
Prädikat: bewegend, mutmachend, hoffnungsvoll.
Tobis Geschichte findest du auch in meinem Buch „Männerfunken – Facetten vieler Leben“.










