#34: Umkämpfte Erinnerung. Die politische Vereinnahmung des Oberösterreichischen Bauernkriegs im 20. Jahrhundert

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Konstantin Ferihumer hat die Ausstellung „Bauernkrieg 1626 – Zwischen Geschichte und Fiktion“ im Schlossmuseum Linz kuratiert. Ein eigener Bereich der Ausstellung widmet sich der politischen Vereinnahmung des Bauernkriegs. Über Jahrhunderte hinweg haben unterschiedliche politische Gruppierungen die Ereignisse für ihre jeweiligen Geschichtsbilder und politischen Anliegen gedeutet und genutzt. Besonders im 20. Jahrhundert erreichte diese politische Instrumentalisierung einen Höhepunkt.

Dabei geraten auch jene Historiker und Autoren in den Blick, die unser Wissen über den Bauernkrieg bis heute prägen. Julius Strnadt etwa hat wichtige Arbeiten zur Ereignisgeschichte verfasst. Auch seine politische Positionierung ist im Zusammenhang mit seiner Geschichtsschreibung zu betrachten. Besonders deutlich wird die politische Vereinnahmung am Beispiel Karl Itzingers, dessen Erzählungen bis in die Gegenwart nachwirken. Noch immer wird aus seinen Werken zitiert. Doch welche Geschichtsbilder werden damit weitergegeben? Und warum greifen wir bis heute auf diese Darstellungen zurück?

Ferihumer geht damit einer grundlegenden Frage nach: Auf welchen historischen Kanon beziehen wir uns, wenn wir uns an den Bauernkrieg erinnern? Welche politischen Überzeugungen haben jene Autoren geprägt, deren Werke unsere Vorstellung von den Ereignissen bis heute beeinflussen? Und wie unbewusst übernehmen wir dabei Deutungen und Erzählmuster, die politisch geprägt wurden?

Um die Geschichte des Bauernkriegs zu verstehen, muss man also auch die Geschichte seiner Erzählungen betrachten. Wie politische Gruppierungen die Erinnerung an die Ereignisse geprägt haben und welche dieser Deutungen bis heute fortwirken, darüber sprach Konstantin Ferihumer beim Symposium LandesgeschichteLEBT am 15. Oktober 2026 in Linz. Hören sie den Mitschnitt seines Vortrags.

 

 

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