Femizide: „Männer müssen über männliche Gewalt sprechen“
Das Jahr 2026 hat erst begonnen und schon hat Österreich zwei Femizide zu verzeichnen, der jüngste in der Steiermark. Am Donnerstag den 15. Jänner fand eine Gedenkveranstaltung für die ermordete Johanna statt.
Dort sprachen unter anderem Sahar Mohsenzada (Gemeinderätin, KPÖ), Tristan Ammerer (Gemeinderat, Grüne) und Anna Slama (Gemeinderätin, Grüne und Demo-Organisatorin). Mohsenzada erzählte bewegend von ihrer eigenen Lebensgeschichte: Ihre Eltern flohen aus Afghanistan, um ihre Töchter zu schützen – und doch sei auch in Österreich nicht automatisch Sicherheit für Frauen gewährleistet. Ammerer machte klar: „Gewalt ist ein Männerproblem“ – und wer Misogynie in rein männlichen Runden nicht widerspricht, mache sich mitverantwortlich für eine Kultur, in der Gewalt weiter stattfinden kann. Slama erklärte, dass die Demo ein Zeichen dafür sei, Ohnmacht nicht allein zu fühlen, und verwies auf legislative Fortschritte etwa in Spanien, die auch hierzulande denkbar seien – als konkrete politische Antwort auf das, was passiert ist.
Rojava in existenzieller Gefahr
Einordnung zur aktuellen Eskalation in Nord- und Ostsyrien: In einem Beitrag für Radio Helsinki analysiert Arî Milan von DAANES die dramatische Zuspitzung der Lage seit den letzten Monaten, speziell seit Jänner 2026. DAANES, die Democratic Autonomous Administration of North and East Syria, ist die demokratische Selbstverwaltung der Region, die seit Jahren auf Basis von Dezentralisierung, Gleichberechtigung und ethnisch-religiösem Zusammenleben organisiert ist.
Arî Milan zeichnet nach, wie zwei Abkommen aus dem Jahr 2025 – geschlossen nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes – eigentlich den Weg für eine politische Lösung ebnen sollten. Die Vereinbarungen mit der syrischen Übergangsregierung sahen vor, die autonomen zivilen Strukturen Nord- und Ostsyriens zu erhalten und die kurdische Bevölkerung als indigene Gemeinschaft anzuerkennen. Doch während Damaskus international Unterstützung gewann, blieben diese Zusagen folgenlos.
Seit dem 6. Jänner 2026 sind sie endgültig gebrochen: Syrische Einheiten und jihadistische Milizen griffen kurdische Stadtviertel an, Waffenstillstände wurden missachtet. Besonders alarmierend sind gezielte Angriffe auf Gefängnisse mit tausenden IS-Gefangenen sowie der Rückzug der SDF aus Camps wie Al-Hol – ohne Eingreifen der Internationalen Anti-IS-Koalition.
Veranstaltungshinweise
Solidarität mit Rojava
Am 18.01. haben die HTS und dschihadistische Milizen Hand in Hand mit den türkeinahen Milizen (SNA) gegen die demokratische Selbstverwaltung in Nord-Ost Syrien einen Großangriff gestartet.
Am 22. Jänner wird am Hauptplatz in Graz ab 16:00 für ein Ende der Angriffe protestiert.
Verteidigen wir Rojava, verteidigen wir die Revolution!
Standkundgebung vor der FPÖ Parteizentrale
Am 22. Jänner organisiert die OGR – Offensive gegen Rechts um 17:30 eine Standkundgebung vor der FPÖ Parteizentrale am Schönaugürtel 12. Themen sind die Verstrickungen deutschnationaler Burschenschaften mit der FPÖ. Auch die antifeministische Ideologie der Partei wird anlässlich des jüngsten Femizids in der Steiermark thematisiert werden.
Demo gegen Burschenschaftsball
Am 24. Jänner trifft sich wieder die rechtsextreme Elite Europas im Grazer Congress um zu feiern und sich zu vernetzen. Deutschnationale Burschenschaften stehen für Antifeminismus, Antisemitismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit. Sie vertreten offen menschenfeindliche Ideologien. Die OGR-Offensive gegen Rechts ruft auch heuer am selben Tag zu einer Gegendemonstration auf.
Infos zu Ort und Zeit folgen noch.
Forum Küche: Initiative gegen Bezahlkarte Graz
Am Mittwoch, 28. Jänner 2026, um 18 Uhr lädt die Initiative gegen Bezahlkarte Graz zur Forum Küche ein. Fast jeden Monat ist eine andere Initiative zu Gast, es gibt gemeinsames vegetarisches oder veganes Essen und Gelegenheit zum Austausch. Das Essen basiert auf freiwilliger Spende, die Einnahmen kommen der jeweiligen Initiative zugute. Eintritt ist kostenlos.
Die Initiative gegen Bezahlkarte Graz setzt sich solidarisch für Menschen mit Fluchterfahrung ein Geflüchteten und wendet sich gegen Ausgrenzung und Kriminalisierung von Asylbewerber:innen. Die Bezahlkarte begrenzt die staatliche Grundversorgung auf 40 € Taschengeld und erlaubt Ausgaben nur in bestimmten Geschäften. Solidarisch kann man sich zeigen, indem man Bargeld gegen Gutscheine tauscht, die Menschen mit Bezahlkarte mehr Selbstbestimmung beim Einkauf ermöglichen.
Queer-feministische Fahrradküche
Jeden letzten Mittwoch im Monat lädt die Fahrradküche Graz zum feministischen Schrauben ohne Macker ein. Nächster Termin ist am 28. Jänner ab 18:00-21:00.
Schaut vorbei: Schießstattgasse 40, Innenhof









