Meldungen 21.01.26

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VON UNTEN Einzelbeiträge
  • Meldungen 21.01.26
    06:56
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08:56 Min.
Rojava in existenzieller Gefahr
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11:08 Min.
Femizide: „Männer müssen über männliche Gewalt sprechen“
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04:58 Min.
Kommentar zu den jüngsten Femiziden in der Steiermark
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05:54 Min.
Meldungen 14. Jänner 2026
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14:07 Min.
Wende im AntifaGraz25 Prozess: „Die Staatsanwaltschaft ist ihren objektiven Ermittlungspflichten mMn nicht nachgekommen"
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06:56 Min.
Anwältin Pia Kern zum AntifaGraz25 Prozess
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09:13 Min.
Meldungen 07.01.2026
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27:03 Min.
UNCUT: Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer zu Pilotprojekt zur Anstellung für pflegende Angehörige
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09:43 Min.
Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer zu Pilotprojekt für pflegende Angehörige

Militarisierung und Gewalt: Analyse zu männlicher Gewaltspirale
In einem Beitrag von JugendInfo Blog wird beleuchtet, wie wachsende Militarisierung als ein Motor männlicher Gewalt wirkt. Der Autor argumentiert, dass sowohl die verstärkte Aufrüstung staatlicher Gewaltapparate als auch gesellschaftliche Normen, die traditionelle Männlichkeitsbilder reproduzieren, miteinander verschränkt sind. Demnach begünstigt die Normalisierung von Militärlogik und autoritärer Stärke nicht nur den exportorientierten Einsatz von Gewalt, sondern trägt auch zu einer innergesellschaftlichen Kultur bei, in der Gewalt als Mittel zur Durchsetzung von Macht und Kontrolle tolerierter erscheint. Der Artikel analysiert, dass solche Strukturen nicht zufällig sind, sondern tief in politischen und institutionellen Machtverhältnissen verwurzelt sind. Der Beitrag betonen, dass diese Perspektive dabei helfen kann, traditionelle Geschlechterrollen und Gewaltursachen besser zu verstehen und alternative Konzepte von Sicherheit und Konfliktlösung zu entwickeln – etwa durch Entmilitarisierung, Förderung von Gleichberechtigungsperspektiven und kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Gewalt.

Big Tech und rechtsextreme MEPs: Lobbyismus gegen EU-Regeln
Ein aktueller Bericht wirft großen US-Techkonzernen vor, verstärkt Kontakte zu rechtsextremen Abgeordneten im Europäischen Parlament gesucht zu haben, um EU-Regulierungen wie den Digital Omnibus, den AI Act und strengere Datenschutzregeln abzuschwächen, wie The Brussels Times berichtete. Demnach haben Google, Microsoft und Meta ihre Treffen mit Abgeordneten aus rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppen im Vorfeld der Gesetzgebungsdebatten deutlich ausgeweitet. Kritiker sehen darin nicht nur reine Interessenvertretung, sondern eine problematische politische Nähe zu Akteur:innen, deren Programme demokratische Grundrechte und Gleichheitsprinzipien ablehnen. Rechtsextreme Kräfte, die etwa die EU-Regulierung aus ideologischen Motiven unterstützen, um staatliche Aufsicht zu schwächen, profitieren so indirekt von der wirtschaftlichen Macht globaler Konzerne – ein Zusammenspiel, das demokratische Rechtsstaatlichkeit und digitale Grundrechte gefährden kann.

Österreich: Todesfall nach Häftlingstransport in JA Hirtenberg – Ermittlungen laufen
Ein 30-jähriger Insasse der Justizanstalt Hirtenberg starb im Dezember an den Folgen von Verletzungen, die während eines Häftlingstransports entstanden sein dürften, wie Der Standard berichtete. Er sollte gemäß ärztlicher Anordnung in eine psychiatrische Abteilung verlegt werden. Laut Justizministerium kam es während des Transports zu einem körperlichen Widerstand, woraufhin sowohl der Häftling als auch sechs Justizwachebeamte beteiligt waren. Notfallmedizinische Hilfe wurde gerufen, der Häftling starb jedoch noch am selben Abend im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ermittelt gegen die beteiligten Justizwachebeamten; eine abschließende Obduktion steht noch aus. Beamte wurden derzeit von bestimmten Dienstfunktionen abgezogen, Suspendierungen gibt es bislang nicht. Das Justizministerium spricht von umfassender Kooperation bei der Aufklärung, gleichzeitig betonen Vereine wie Inmate Shelter, dass psychische Belastungen bei Häftlingen oft durch die unwürdigen Haftbedingungen ausgelöst werden und betroffene Menschen mit den Belastungen zu lange allein gelassen werden. Speziell im Maßnahmenvollzug werden die Menschen isoliert und haben keine Perspektive wann sie wieder in eine reguläre Anstalt verlegt werden, was zu zusätzlicher Verzweiflung führt.

Österreich: DSN warnt vor wachsender Gefahr durch Rechtsextreme und Islamisten
Die neue Direktorin des österreichischen Staatsschutzes, Sylvia Mayer, hat im Interview mit der APA vor einer steigenden Zahl von Hochrisikogefährdern aus dem rechtsextremen und islamistischen Milieu gewarnt, wie der ORF berichtete. Während islamistische Gefährder im niedrigen dreistelligen Bereich bleiben, sei bei Rechtsextremen ein mittlerer zweistelliger Bereich erreicht, vor allem durch international vernetzte Onlinegruppen. Besonders besorgniserregend sei der sogenannte „militante Akzelerationismus“, der in rechtsextremen Chats und Netzwerken zur Gewaltanwendung und zur Schaffung gesellschaftlicher Unruhe aufruft. Mayer betonte, dass gerade diese Online-Vernetzung und Propaganda junger, überwiegend männlicher Radikalisierter das Risiko erhöhe. Es bestehe aktuell keine akute konkrete Gefährdungslage, doch die Entwicklungen zeigen, wie wichtig Prävention und Deradikalisierung sind, um demokratische Strukturen und gesellschaftlichen Frieden zu schützen.


Wien: Zwei obdachlose Männer erfrieren in Kältewelle
In Wien starben in den vergangenen Tagen zwei obdachlose Männer an den Folgen der aktuellen Kältewelle. Beide waren von Streetwork-Teams der Caritas aufgefunden worden, konnten aber von Rettungskräften nicht mehr gerettet werden, wie der ORF Wien berichtete. Laut Sozialhilfsstellen gab es ausreichend Plätze in Winternotschlafstellen und ein stark frequentiertes Kältetelefon mit hunderten täglichen Anrufen, doch die Männer hatten diese Hilfe offenbar nicht angenommen. Gesundheits- und Sozialverantwortliche betonten, dass gerade psychische Erkrankungen, Furcht vor Gemeinschaftsräumen oder schlechte Erfahrungen Menschen davon abhalten können, Schutz zu suchen. Die tragischen Todesfälle werfen erneut ein Schlaglicht auf die prekäre Lage obdachloser Menschen in extremer Witterung und rufen zu verstärkten Hilfs- und Präventionsmaßnahmen auf.

Steiermark beendet Jahresförderung für Stolpersteine – Kritik an Entscheidung

Das Land Steiermark stellt die jährliche Grundförderung für den Verein Gedenkkultur ein, der Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt, wie Der Standard berichtete. Diese Förderung wurde seit 2013 gewährt und ermöglichte kontinuierliche Recherche, Organisation und Gedenkveranstaltungen zu den mehr als 300 Stolpersteinen allein in Graz. Die Landesregierung begründet die Kürzung mit rein organisatorischen Änderungen: Statt einer Jahresförderung sollen künftig projektbezogene Einzelanträge gefördert werden. Dieses Vorgehen kennt man bereits von der ehemaligen Grazer ÖVP und FPÖ geführten Stadtregierung bei den Stadtteilzentren, die zwar Förderungen zusagte jedoch in den darauffolgenden Jahren fast keine Einzelanträge mehr förderte. Der Verein beklagt, dass diese Umstellung langfristige Planung erschwert und die intensive Vorarbeit für neue Verlegungen unter Druck setzt. Das Vorgehen sendet klare politische Signale – angesichts der Wichtigkeit der Erinnerung an NS-Verbrechen und des Widerstands gegen Rechtsextremismus. Die Stolpersteine gelten in ganz Europa als dezentrales Erinnerungs- und Mahnmalprojekt zur Bewahrung der Biografien verfolgter Menschen während des Nationalsozialismus.


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