Einordnung zur aktuellen Eskalation in Nord- und Ostsyrien: In einem Beitrag für Radio Helsinki analysiert Arî Milan von DAANES die dramatische Zuspitzung der Lage seit den letzten Monaten, speziell seit Jänner 2026. DAANES, die Democratic Autonomous Administration of North and East Syria, ist die demokratische Selbstverwaltung der Region, die seit Jahren auf Basis von Dezentralisierung, Gleichberechtigung und ethnisch-religiösem Zusammenleben organisiert ist.
Arî Milan zeichnet nach, wie zwei Abkommen aus dem Jahr 2025 – geschlossen nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes – eigentlich den Weg für eine politische Lösung ebnen sollten. Die Vereinbarungen mit der syrischen Übergangsregierung sahen vor, die autonomen zivilen Strukturen Nord- und Ostsyriens zu erhalten und die kurdische Bevölkerung als indigene Gemeinschaft anzuerkennen. Doch während Damaskus international Unterstützung gewann, blieben diese Zusagen folgenlos.
Seit dem 6. Jänner 2026 sind sie endgültig gebrochen: Syrische Einheiten und jihadistische Milizen griffen kurdische Stadtviertel an, Waffenstillstände wurden missachtet. Besonders alarmierend sind gezielte Angriffe auf Gefängnisse mit tausenden IS-Gefangenen sowie der Rückzug der SDF aus Camps wie Al-Hol – ohne Eingreifen der Internationalen Anti-IS-Koalition.





