Rahmenplan Postgarage-Rösselmühle

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Die Neue Stadt
  • 2026-04-10-1900
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Vor wenigen Wochen wurde der Rahmenplan Postgarage-Rösselmühle im Grazer Gemeinderat beschlossen. Dieser Rahmenplan wurde von mehreren Seiten heftig diskutiert. Warum, und wie es jetzt weitergeht, erfahre ich hoffentlich von meinen beiden heutigen Gesprächspartnern vom Komitee Rösselmühle, Elisabeth Kabelis-Lechner und Wolfgang Steinegger.

Hier der offene Brief des Komitees Rösselmühle an den Grazer Gemeinderat:

Nein zum Rahmenplan Postgarage-Rösselmühle!

Das Komitee Rösselmühle arbeitet seit vier Jahren an Ideen und Impulsen zur Entwicklung, Revitalisierung und Umgestaltung der Rösselmühle zu einem lebendigen Stadtteilzentrum für den Bezirk Gries. Im Komitee arbeiten zahlreiche Expert:innen aus verschiedensten Bereichen des urbanen Lebens mit. Wir fordern Sie auf, den für das Areal Postgarage-Rösselmühle erstellten Rahmenplan aus nachfolgenden Gründen nicht in den Gemeinderat zur Abstimmung zu bringen, bzw. diesem Rahmenplan nicht zuzustimmen. Dieser Rahmenplan ist eine Falle!

 Schlüsselkomponenten moderner Stadtentwicklung wie Nachhaltigkeit, soziale Inklusion und wirtschaftliche Entwicklung sind aus diesem Rahmenplan nicht ablesbar.

 Der Rahmenplan stellt nicht das Gemeinwohl in den Vordergrund und berücksichtigt nicht die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung. Er verstößt daher gegen §1 (2) des Steirischen Raumordnungsgesetzes und auch gegen wesentliche Grundlagen des STEK.

 Es wurden weder erforderliche Bestands- noch sozialräumliche Bedarfs- und Nutzungsanalysen für das Gebiet erstellt.

 Obwohl der Stadtteil als Luft-Lärmsanierungsgebiet ausgewiesen ist, wird darauf nicht reagiert. Die hohe Wohnnutzung wird den Verkehr weiter erhöhen. Das bedeutet mehr Lärm- und Feinstaubbelastung für die Wohnbevölkerung.

 Ernsthafte Stakeholder-und Bürger:innenbeteiligung hat nicht stattgefunden. Kritik von

Bürger*innen, Komitee und Initiativen wurden nicht ernst genommen und nicht einbezogen.

 Obwohl schon lange bekannt, wurden potenzielle Nutzer wie z.B. das Johann Joseph Fux Konservatorium, das GGZ, das Oeversee-Gymnasium oder die Uni Graz nicht in den

Planungsprozess mit einbezogen.

 Das Projekt „Haus der Volkskultur“ wird eher verhindert als ermöglicht.

 Der Betrieb der Postgarage, eine für Graz wichtige soziokulturelle Institution, wird durch diesen Rahmenplan massiv gefährdet (heranrückender Wohnbau wie z.B. bei der Arena in Wien).

 Die Stärkung des kollektiven Gedächtnisses des Stadtteils und die Voraussetzungen für Erhalt und Integration des Mühlengebäudes werden entgegen den Beteuerungen der Politik nicht geschaffen.

Im Gegenteil:

 Ein Beschluss des Rahmenplans bedeutet den Abbruch der Rösselmühle als industrielles Kulturerbe und Identifikationsmerkmal des Bezirks. Durch die im Rahmenplan dargestellte Fischaufstiegshilfe des Kraftwerkprojekts sind Fortbestand und Integration des baukulturell wertvollen, historischen Mühlengebäudes nicht mehr gegeben.

 Die Analyse des Komitees Rösselmühle zur Stadtentwicklung in Gries beweist eindeutig: Seit 2014 wurden 3100 Wohnungen errichtet, jedoch keine soziale Infrastruktur. Es gib somit keinen Bedarf für weitere Wohnungen, jedoch sehr hohen Bedarf für die Implementierung dringend notwendiger sozialer Infrastruktur.

Wir appellieren an Sie: Stoppen Sie den Beschluss des Rahmenplans! Stoppen Sie die

Umwidmung des jetzigen Gewerbegebiets auf dieser Grundlage!

Machen Sie jetzt den Weg frei für einen neuen, transparenten, inklusiven und partizipativen Entwicklungsprozess nach den EU-Kriterien für gute Baukultur. Bringen Sie Stadt, Eigentümer und Zivilgesellschaft unter einer entsprechend qualifizierten, unabhängigen Projektleitung an einen Tisch – gemeinsam und von Anfang. Setzen Sie sich für eine an den Bedarfen des Stadtteils und der Bevölkerung orientierte Quartiersentwicklung ein. Geben Sie Gries eine Chance!

Mitunterzeichnerin: Initiative Mehl Gries Beton

Kontakt: komitee@projekt-roesselmuehle.at.

Bilder

roesselmuehle
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