Am 5. Juli 2026 fand in Kleinmachnow bei Potsdam der „Klangspaziergang“ statt, zu dem ich mit meiner trans-Art on the Road Performance vom Kairos Quartett, Berlin, eingeladen wurde. Die Wetterbedingungen waren mit Windgeschwindigkeiten von 48 km/h sehr herausfordernd, sodass wir die an einer Holzplatte angebrachte, papierene Leinwand mit einem Seil fixieren mussten. Wegen der Fixierung mit dem Seil war mein Bild in drei Abschnitte unterteilt, welche ich mit zwei Linien nachzeichnete – eine waagrechte und eine diagonale. Neben Simone Heilgendorffs Viola-Spiel – sie ist Gründungsmitglied des Kairos Quartetts – flossen auch vorangegangene Gespräche über die Lebensbedingungen in Kleinmachnow in meine Bildgestaltung ein. Bis zur Wiedervereinigung war das Dorf Teil der DDR und dessen Geist ist auch nach 36 Jahren noch spürbar. Am „Klangspaziergang“ fand die Performance viermal statt und dreimal davon schlüpfte Simone Heilgendorff, ihre Interaktion mit der Bratsche unterbrechend, in einen eigens dafür geschneiderten, dehnbaren, schwarzen Stoffsack, um Yoko Onos „Bag Piece“ (1964) aufzuführen. Diese Performance sollte zum Assoziieren und Nachdenken über Grundfragen des Lebens inspirieren. Im Moment des Verschwindens unter dem Sack reduzieren sich die Ausdrucksmöglichkeiten und gewinnen zugleich. Dabei gehören für Simone Heilgendorff auch Tod und Trauer dazu, denn erst kürzlich ist mit Alexa Renger ein langjähriges Ensemble-Mitglied des Kairos Quartetts verstorben und wird von ihren Kolleg*innen schmerzlich vermisst. Ein weiteres trauriges Thema, das mir in Gesprächen in Kleinmachnow und Berlin begegnete, war die Angst, dass auch in Deutschland bald der Krieg ausbrechen könnte. Dafür steht in meiner Großzeichnung die blutrote Farbe im unteren Abschnitt.








