Lisi Leitner und Andi Wahl haben es sich in dieser Sendereihe zur Aufgabe gemacht die neuere Geschichte Österreichs aus einem speziellen Blickwinkel zu beleuchten. Aus Sicht, oder besser, mit Blick auf die Lohnabhängigen. Jene Menschen also, die davon leben ihre Arbeitskraft zu verkaufen.
Die dritte Ausgabe dieser Sendereihe befasst sich vorwiegend mit der Herausbildung des Roten Wien. Aber auch gesamtstaatlich tragen viele Reformen zu Beginn der Ersten Republik eine sozialdemokratische Handschrift. Etwa die Urlaubsgesetzgebung, Arbeitslosenversicherung. Betriebsrätegesetz, Gründung der Arbeiterkammer oder Nachtarbeitsverbot für Frauen und Jugendliche. Allerdings bedeutete die Beschlussfassung solcher Gesetzes noch nicht, dass dieses Gesetz auch konsequent durchgesetzt wurden.
Die Herauslösung Wiens aus dem Bundesland Niederösterreich ermöglicht der Stadt Wien eigene Steuern einzuheben. Dies ermöglicht dem neuen Bundesland eigene Weg, unabhängig vom konservativen Niederösterreich, einzuschlagen. Legendär ist noch heute der soziale Wohnbau in der Stadt oder auch die gute Gesundheitsversorgung.
Aber das konnte alles nicht die Folgen der Weltwirtschaftskrise beseitigen oder den aufkommenden Faschismus aufhalten.
Meilensteine dieser Entwicklung waren die Morde von Schattendorf im Jänner 1927, der Justizpalastbrand im Juli des gleichen Jahres, der Staatsstreich durch Engelbert Dollfuß im März 1933 sowie der versuchte Aufstand der Sozialdemokratie im Februar 1934, die Etablierung des ständestaatlichen Austrofaschismus sowie dessen „Ablösung“ durch den Nationalsozialismus.



